Lehrpraxis

Mit der neuen Ausbildungsordnung ÄAO 2015 wurde zum einen in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin eine verpflichtende Ausbildung in einer Lehrpraxis vorgeschrieben, zum anderen wurden auch die Voraussetzungen für die Bewilligung von Ordinationen von Allgemeinmedizinern und Fachärzten als Lehrpraxis geändert.

Die neue Ärzteausbildungsordnung gilt für alle Turnusärzte, die ab 1.6.2015 mit der Ausbildung begonnen haben bzw. auch für jene Turnusärzte, die zwar noch nach der alten Ausbildungsordnung begonnen haben, aber in die neue Ausbildung wechseln.

Derzeit bestehende Lehrpraxis-Bewilligungen sind nur mehr für Ausbildungen nach der alten ÄAO möglich. Für die Ausbildung nach der neuen ÄAO muss um eine neue Anerkennung bei der ÖÄK angesucht werden, die erstmalige Bewilligung gilt dann vorerst für einen Zeitraum von sieben Jahren und kann dann durch Rezertifizierung immer wieder verlängert werden.

Nach der ÄAO 2015 sind in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin nach den neun Monaten Basisausbildung und den weiteren 27 Monaten Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, also nach insgesamt 36 Monaten, ganz am Ende sechs Monate in der Lehrpraxis eines Allgemeinmediziners verpflichtend vorgeschrieben.

Weiters können in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin in nachfolgenden Fächern Ausbildungen in Lehrpraxen der entsprechenden Fachärzte absolviert werden:

Kinder- und Jugendheilkunde, Orthopädie und Traumatologie, Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Augenheilkunde und Optometrie, HNO, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Neurologie, Urologie (jeweils drei Monate, insgesamt sind höchstens 12 Monate anrechenbar).

In der Ausbildung zum Facharzt können nach neun Monaten Basisausbildung und der Sonderfach-Grundausbildung dann Ausbildungsabschnitte der Sonderfach-Schwerpunktausbildung bei den entsprechenden Fachärzten absolviert werden, wobei maximal 12 Monate anrechenbar sind.

Folgende Bewilligungskriterien sind nach § 12 ÄAO (für Ärzte für Allgemeinmedizin) für Lehrpraxen und Lehrgruppenpraxen vorgesehen (gem. § 18 ÄAO gelten diese Voraussetzungen auch für Fachärzte - mit Ausnahme von Z.1):

§ 12. (1) Die Voraussetzungen für eine Bewilligung von Ordinationsstätten als Lehrpraxis sind erfüllt, wenn

  1. zumindest 800 Patientinnen/Patienten pro Quartal in einem Durchrechnungszeitraum von einem Jahr betreut werden, wobei diese Zahl aus berücksichtigungswürdigen Gründen höchstens bis auf 750 unterschritten werden kann, beispielsweise bei Teilnahme am Disease Management Programm (DMP) „Therapie aktiv"

(gilt nicht für Fachärzte!),

  1. eine mindestens vierjährige Berufserfahrung als niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin oder als sonst freiberuflich tätige Ärztin/tätiger Arzt für Allgemeinmedizin nachgewiesen werden kann,
  2. ein von der Österreichischen Ärztekammer anerkanntes Lehr(gruppen)praxisleiterseminar im Ausmaß von zwölf Stunden absolviert wurde, das auch Kenntnisse über die Richtlinien des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger über die ökonomische Verschreibweise von Heilmitteln und Heilbehelfen zu beinhalten hat,
  3. ein gültiges Diplom gemäß der Verordnung der Österreichischen Ärztekammer über ärztliche Fortbildung gemäß §§ 49 iVm 117b Abs. 2 Z 9 lit. a Ärztegesetz 1998 vorliegt,
  4. die räumliche Ausstattung den ungestörten Kontakt der Turnusärztin/der Turnusarztes mit den Patientinnen/Patienten ermöglicht, wie insbesondere ein eigener Untersuchungsraum,
  5. die Antragstellerin/der Antragsteller durch Vorlage eines schriftlichen Ausbildungskonzeptes nachweist, dass die in der Ordinationsstätte erbrachten medizinischen Leistungen nach Inhalt und Umfang der Turnusärztin/dem Turnusarzt die erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten vermitteln können und ein Modell für die Durchführung eines strukturierten Evaluierungsgesprächs vorliegt,
  6. eine entsprechende EDV Ausstattung gegeben ist; sofern es sich um Kassenärztinnen/Kassenärzte handelt, die EDV Ausstattung gemäß den entsprechenden Gesamtverträgen gegeben ist,
  7. Kenntnisse der Grundlagen der Gesundheitsökonomie belegt werden können,
  8. von einer der ökonomischen Verschreibweise entsprechenden Verordnung von Nachfolgeprodukten ausgegangen werden kann,
  9. keine vorausgehende Kündigung eines Einzelvertrages zu einem Sozialversicherungsträger durch einen Sozialversicherungsträger innerhalb der letzten 15 Jahre vorliegt,
  10. keine rechtskräftige Entscheidung zur Honorarrückzahlung nach Einleitung eines Schiedskommissionsverfahrens vor der paritätischen Schiedskommission (§ 344 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz – ASVG, BGBl. Nr. 189/1955) in den letzten fünf Jahren vor Antragsstellung gegeben war,
  11. die Antragstellerin/der Antragsteller die Vertrauenswürdigkeit gemäß § 4 Abs. 2 Z 2 Ärztegesetz 1998 erfüllt und
  12. eine Anhörung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger zu den Z 1, 7, 8, 9, 10 und 11 erfolgt ist.

Nach den gesetzlichen Vorschriften ist ein Kassenvertrag nicht Voraussetzung, sondern sind bei Erfüllung der Kriterien auch Lehrpraxisbewilligungen für Wahlärzte möglich.

Das Formular finden Sie unten stehend unter "Lehrpraxis Anerkennung und e-learning". Das Formular kann elektronisch ausgefüllt werden, die Bewilligung erfolgt durch die ÖÄK, jedoch wie bisher im Wege der Landesärztekammer.

Eine der Voraussetzungen ist die Absolvierung eines Lehrpraxisleiterseminars im Ausmaß von insgesamt von 12 Stunden. Der Großteil des Seminars – nämlich acht Stunden – sind mit e-learning-Fortbildung möglich, dazu folgen Sie bitte folgendem Link: https://www.arztakademie.at/fortbildungsangebot/e-learning/e-learning-fuer-lehrgruppenpraxisleiter/. Vier Stunden sind in einer Präsenzveranstaltung zu absolvieren. Die MedAk wird in regelmäßigen Abständen ein entsprechendes Lehrpraxisleiterseminar anbieten.

Eine weitere Voraussetzung ist die Vorlage eines Ausbildungskonzeptes, dessen Erstellung wird Teil des Lehrpraxisleiterseminars sein.

Wie bereits informiert, wird es für die verpflichtenden sechs Monate Lehrpraxis bei Allgemeinmedizinern Subventionen von Seiten des Landes OÖ und der OÖ Gebietskrankenkasse geben, an deren Finalisierung gerade gearbeitet wird. Wir werden sie dann im Detail darüber informieren.

Für diese verpflichtenden sechs Monate wird derzeit zwischen der Bundeskurie der angestellten Ärzte und der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte ein neuer Lehrpraxis- Kollektivvertrag verhandelt, damit soll dann der dzt bestehende Kollektivvertrag abgelöst werden.

Für die fachärztlichen Lehrpraxen wird es keine Förderungen oder Subventionen geben. Wie schon bisher wird diese Fachausbildung auf Basis einer arbeitsrechtlichen Vereinbarung von Lehrpraxisinhaber und Lehrpraktikanten erfolgen.

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Ihre Ansprechpartnerin

Julia Nobis

Sekretariat

0732 77 83 71-205

0732 78 36 60-205

nobis@aekooe.at

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Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Maria Leitner

2. KAD-Stv. und Bereichsleiterin Recht & Schiedsstellen

0732 77 83 71-257

0732 78 36 60-257

recht@aekooe.at

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Mentoring

Ihr Ansprechpartner

Mag. Seyfullah Çakır

Gruppenleiter Kassenrecht & Arzthonorare

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0732 78 36 60-305

cakir@aekooe.at

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Klinisch- Praktisches Jahr

Ihr Ansprechpartner

Mag. Christoph Voglmair , LL.M.

Gruppenleiter Arbeitsrecht, Wahlärzte & Standesführung

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0732 78 36 60-291

voglmair@aekooe.at

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