Trockene Haut: Neurodermitis & Austrocknungsekzeme drohen!

Juckreiz, Spannungsgefühl oder auch rote, trockene Stellen: Die Winterzeit bedeutet für unsere Haut Stress. Denn durch die kalte Luft draußen und die warme, trockene Luft drinnen leidet unsere Haut an Feuchtigkeitsmangel.

Die menschliche Haut verfügt über einen natürlichen Fettfilm, sogenanntes Hautfett, das von Millionen kleiner Talgdrüsen produziert wird. Fallen die Temperaturen nimmt die Produktion ab und dieser Fettsäureschutzmantel fehlt. Dadurch verdunstet Wasser schneller von der Oberfläche, trockene Heizungsluft entzieht zusätzlich Feuchtigkeit. Die Folge ist trockene, rissige Haut. „Empfindliche, feuchtigkeitsarme Haut benötigt eine intensive und langanhaltende Feuchtigkeitsversorgung – gerade jetzt im Winter. Ansonsten drohen Neurodermitis und Austrocknungsekzeme, “ warnt OMR Dr. Johannes Neuhofer, Vizepräsident der Ärztekammer für Oberösterreich und Fachgruppenvertreter für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Ärztekammer für Oberösterreich. „Austrocknungsekzeme, sogenannte Exsikkationsekzeme, treten häufig bei älteren Menschen auf. Die Haut wird so trocken, dass Risse entstehen und sich dann Entzündungen bilden.“ Wer übermäßig viel duscht oder badet kann ein solches Ekzem zusätzlich begünstigen. Daneben kann sehr trockene Haut auch im Zuge einer Erkrankung, wie etwa Neurodermitis, auftreten. „Diese chronische Hauterkrankung tritt in Schüben auf und geht einher mit Juckreiz, Rötungen und Schuppungen. Hier ist es ratsam, auf die regelmäßige Verwendung von passenden Pflegeprodukten zu achten“, rät OMR Dr. Neuhofer. „Nach Infekten treten diese Hauterkrankungen gehäuft auf, wenn das Immunsystem bereits geschwächt wurde, etwa durch Erkältungen oder die Grippe. Daher ist hier besondere Vorsicht geboten.“ Oftmals gefährdet sind Handrücken, Fingerzwischenräume und Schienbeine, da hier durch häufiges Händewaschen die Haut zusätzlich ausgetrocknet wird bzw. an diesen Stellen wenige Talgdrüsen vorhanden sind.

Therapie und Pflege

Ziel ist es, den Fettgehalt der Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu kommen rückfettende Pflegeprodukte wie fetthaltige Cremes, Lotionen und Salben zum Einsatz. Bei starkem Juckreiz und entzündlichen Hautreaktionen bietet sich die kurzfristige Anwendung von glucocorticoidhaltigen Salben an, zum Beispiel Hydrocortison 0,5%.

Tipps bei trockener Haut:

  • Körper regelmäßig gut eincremen
  • In der Kälte Handschuhe tragen
  • Rückfettende Produkte beim Duschen und Baden verwenden
  • Auf eine maximale Raumtemperatur von 23 Grad und Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent achten
  • Viel Wasser trinken