Spätakne: Arztbesuch statt Anti-Pickel-Produkte

Die Teenager-Tage sind längst vorbei und dennoch sprießen Pickel im Gesicht: Spätakne heißt die Diagnose. Immer mehr Menschen leiden an dieser Form der Hautunreinheiten. Frauen sind davon wesentlich häufiger betroffen als Männer.

Jede vierte Frau im Alter zwischen 25 und 45 Jahren kennt Spätakne, auch Akne tarda genannt. „Anders als die jugendliche Akne, die vor allem in der T-Zone (Stirn – Nase – Kinn) auftritt, zeigen sich die Unreinheiten bei Spätakne eher im Wangen- und Halsbereich sowie rund um den Mund. Die Haut ist zudem tendenziell trockener, bildet weniger Mitesser, dafür mehr Pickel und Entzündungen, “ erklärt  Vizepräsident der Ärztekammer für Oberösterreich OMR Dr. Johannes Neuhofer, Dermatologe und Fachgruppenvertreter für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Ärztekammer für Oberösterreich. Nicht nur Teenager leiden psychisch unter blühender Haut, auch im Erwachsenenalter sind Pickel eine große Belastung.

Vielfältige Auslöser

Nicht immer kann ein alleiniger Auslöser gefunden werden – meist sind es mehrere Aspekte auf einmal, die zur verspäteten Akne führen können, wie etwa zu viele männliche Hormone, falsche Hautpflege, die Einnahme und das Absetzen von Antibiotika, Antidepressiva oder Kortison. Weitere Faktoren können Stress, genetische Veranlagung sowie schlechte Ernährung sein. „Wer unter Spätakne leidet, sollte auf keinen Fall Anti-Pickel-Produkte für Teenager-Haut verwenden, denn diese können die bereits irritierte Haut noch weiter schädigen“, warnt der Mediziner.

Abklärung beim Arzt notwendig

Eine Abklärung beim Arzt ist ratsam, um die ideale Therapie zu finden. Denn durch das späte Auftreten der Akne weist die Haut bereits meist erste Alterserscheinungen auf, wie etwa Fältchen, Hyperpigmentierung oder auch Trockenheit. All das erschwert die Behandlung. Oft dauert es dann an, bis die Haut wieder in einem guten Zustand ist. „Der Arzt kann zunächst eine topische Therapie verordnen. Dabei werden die Unreinheiten lokal mit speziellen Cremen behandelt. Diese enthalten Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge) oder Benzoylperoxid. Je nach Schweregrad der Akne können die Basistherapeutika mit antibiotischen Salben kombiniert werden. Ist keine Besserung absehbar, können auch Antibiotika oder andere Medikamente verordnet werden, “ so OMR Dr. Neuhofer.

Entzündungen vermeiden

Auch bei der Spätakne gilt: Wer nicht herumdrückt, Handtücher und Bettwäsche regelmäßig wechselt sowie Zucker, Alkohol und Milchprodukte reduziert, kann bereits selbst einiges für ein besseres Hautbild tun.