Ein Drittel alkoholisiert beim Wintersport
Bei einer kürzlich veröffentlichten Befragung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit gaben 34 Prozent an, im letzten Jahr Wintersport betrieben zu haben, obwohl sie Alkohol konsumiert hatten. In Österreich werden etwa 26.000 Skiunfälle jährlich registriert. „Mit verantwortungsbewusstem Sport ist das nicht vereinbar“, sagt Dr. Niedermoser. „Schon geringe Mengen vermindern die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit. Das Problem ist, dass sich die Betroffenen subjektiv nicht beeinträchtigt fühlen. Kommt es zu Verletzungen, bringen sie diese selten mit dem Alkoholkonsum in Zusammenhang“, so Dr. Niedermoser. Aus diesem Grund dürfte es eine hohe Dunkelziffer geben, denn bei Eigenverletzungen werden keine routinemäßigen Alkoholkontrollen durchgeführt. Diese Kontrollen werden jedoch von Dr. Niedermoser gefordert: „Verletzungen unter Alkoholeinfluss verursachen einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden.“ Bei gestörter Koordination durch Alkohol treten meist Verletzungen der Knie oder/und der Unterschenkel auf, aber auch andere Personen auf der Piste können verletzt werden. Mit dem Alkoholkonsum steigen auch Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung, das tritt bereits ab etwa 0,2 Promille ein.
Konsequenzen möglich
Ein Skiunfall unter Alkoholeinfluss kann zudem strafrechtliche und/oder finanzielle Konsequenzen haben. Eine private Haftpflichtversicherung kann unter Umständen eine Deckung des entstandenen Schadens teilweise oder zur Gänze ablehnen, sofern gewisse Voraussetzungen gegeben sind. „Bei Unfällen unter Alkoholeinfluss können überdies Leistungen von Seiten der Sozialversicherungsträger geschmälert oder rückgefordert werden“ warnt Dr. Niedermoser.