„Flaschenhals“ Basisausbildung dringend erweitern

DDr. Sebastian Graf

Dr. Peter Niedermoser

Für Unmut unter den Jungmedizinerinnen und Jungmedizinern sorgt der „Flaschenhals“ Basisausbildung. Nicht alle Medizin-Absolventen finden aktuell in Oberösterreich unmittelbar nach ihrem Studium einen Ausbildungsplatz.

Nach dem Studium der Humanmedizin müssen Jungmediziner eine neunmonatige „Basisausbildung“ absolvieren. Diese ist im Gegensatz zu Nachbarländern verpflichtend. Das Problem aber: In Oberösterreich sind in den Krankenhäusern dafür zu wenige Plätze vorhanden. Zur Einordnung: Knapp 300 Personen schließen jährlich ihr Humanmedizin-Studium an der JKU Linz ab, es stehen aber nur knapp 230 Ausbildungsplätze im Bundesland zur Verfügung. „Die Krankenhaus-Träger müssen diese Posten dringend freigeben“, fordert DDr. Sebastian Graf, Kurienobmann der angestellten Ärzte in der OÖ-Ärztekammer. Sie tun es aber nicht. „Das ist zu kurzsichtig gedacht und ein Schuss ins eigene Knie“, so DDr. Graf. Ein größeres Angebot an Ausbildungs-Plätzen würde mit einem Schlag viele Probleme lösen: „Die jungen Kolleginnen und Kollegen hätten einen Job, der Flaschenhals wird gelockert, die Versorgung gestärkt und die jungen motivierten Menschen würden nicht aus Oberösterreich vertrieben und hier dem Gesundheitssystem verloren gehen.“

„Wir haben uns sehr für die Medizinische Fakultät in Linz eingesetzt. Es kann nicht sein, dass wir junge Kolleginnen und Kollegen exzellent ausbilden und diese dann das Bundesland verlassen“, sagt Dr. Peter Niedermoser. „Es liegt allein in der Kompetenz der Träger, genug Plätze für die Basisausbildung zu schaffen“, weiß der OÖ-Ärztekammer-Präsident, der ergänzt: „Jedes Haus kann so viele Basisärztinnen und Ärzte aufnehmen wie es will und es gibt keine strukturellen Voraussetzungen.“ Meist scheitert es aber am Willen und am Personalbudget. Dabei ist die Basisausbildung in Oberösterreich extrem beliebt, knapp 71 Prozent schätzen laut Umfrage diese Art der Ausbildung. „Dieser Wert ist höher als in anderen Bundesländern“, so DDr. Graf, der als Kurienobmann ein Ohr an der Basis hat: „Wir bieten eine sehr gute Ausbildung an. Diese muss erweitert und verstärkt werden. Das hilft allen, den Trägern, den Patientinnen und Patienten und den jungen Kolleginnen und Kollegen.“

Fotos: ÄKOÖ/Manfred Binder, Witzany