Impfung ist mehr als ein kleiner Stich!

Als ich diese Zeilen schreibe, beginnt gerade die Woche der Zweitimpfungen bei den Kolleginnen und Kollegen, die über das Kontingent der Ärztekammer für Oberösterreich geimpft wurden. Ich bin mir sicher, dass dieser Durchgang ebenso perfekt verlaufen wird wie die Erstimpfung.

Dr. Peter Niedermoser

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich weiß, dass Ihnen bewusst ist, dass Impfen nicht nur ein Stich, sondern neben einer großen medizinischen Verant-wortung auch ein beträchtlicher organisatorischer Aufwand ist. Gerade die neuen Impfstoffe bedürfen eines hohen Maßes an Administration, bis diese schlussendlich im Arm eines Impflings landen. Dieser Administrationsaufwand, dass vor allem alle Kolleginnen und Kollegen zur entsprechenden Zeit am richtigen Ort sind – gleiches gilt jetzt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ordinationen –, hört sich zwar nicht so schwierig an, ist aber gar nicht so einfach zu organisieren. Vor allem auch dann, wenn man das sehr enge Zeitkorsett, in dem die neuen Impfstoffe verimpft werden müssen, bedenkt. Ich möchte mich hier zuallererst bei den Impfärztinnen und Impfärzten bedanken, die die Impfungen von 2.000 Kolleginnen und Kollegen professionell durchgezogen haben, sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bezirkshauptmannschaften. Es war wirklich ein toller gemeinsamer Kampf gegen das Coronavirus. Ein großer Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Ärztekammer für Oberösterreich. Hier wurde rund um die Uhr an der Organisation der Impfungen gearbeitet. Die oberösterreichische Ärzteschaft kann, so meine ich, stolz sein, dass wir so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kammer haben, die hier mit vollem Einsatz dabei waren.

FORTBILDUNGSVERPFLICHTUNG WEITERHIN AUSGESETZT

Viele Fragen erreichten mich in den letzten Wochen zur Fortbildungsverpflichtung: diese ist während der Pandemie weiterhin ausgesetzt. Der Gesetzgeber wird uns wohl rechtzeitig mitteilen, wenn diese Verpflichtung wieder beginnt. Natürlich können Sie die in der Zeit der Pandemie erreichten DFP-Punkteeinreichen, beziehungsweise werden Ihnen diese zumeist automatisch gut geschrieben. Selbstverständlich können Sie auch bei Erreichen der notwendigen DFP-Punkte die Ausstellung eines Diploms beantragen. Fortbildung ist in der Pandemie nicht verboten! Als Chef der Arztakademie der ÖÄK sehe ich, dass sich die Fortbildungstools nachhaltig verändern werden. Der Bedarf an E-Learning ist sprunghaft angestiegen. Die Qualität dieser Form der Fortbildung hat sich sehr gut entwickelt, da wir hier in den letzten Jahren die Regeln für die Erstellung von E-Learning-Programmen deutlich gestrafft haben. Auch die neuen Formen der Fortbildung, über Streaming und ähnliche Formate, haben einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Hier ist die Qualität der einzelnen Veranstaltungen noch sehr unterschiedlich, nicht aus fachlicher Sicht, da sind diese Formen der Fortbildung schon sehr gut, sondern bezüglich der Einhaltung der DFP-Kriterien, die eine qualitative Anerkennung für das Fortbildungsprogramm ermöglichen. Vor allem aber an der Dokumentation der Anwesenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hapert es noch.

MISCHUNG IST WICHTIG

Trotz aller alternativen Fortbildungsangebote mit neuen Medien werden wohl nach der Pandemie auch die Präsenzveranstaltungen wieder boomen. Ich bin davon überzeugt, dass eine Präsenzfortbildung, auch infolge des persönlichen Meinungsaustausches innerhalb der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sehr wichtig ist. Medizin spielt sich nicht nur über Videokonferenzen und Streams ab, sondern bedarf des persönlichen Kontaktes mit den Patientinnen und Patienten. Und wir brauchen den persönlichen Kontakt mit der Kollegenschaft, um uns fachlich weiterzuentwickeln. Das DFP-Programm wird daher weiterhin sowohl Präsenzveranstaltungen als auch andere Formen der Fortbildung anbieten, um eine gute Mischung zu schaffen. Denn wir Ärztinnen und Ärzte zeigen jeden Tag, wie wichtig uns die Fortbildung ist. Fortbildung macht uns Spaß!

Ihr Präsident Dr. Peter Niedermoser
Linz, im März 2021