Impfen – der erste Durchgang ist geschafft

Es waren extrem spannende Wochen seit den medienwirksam inszenierten und deplatzierten Impfstarts Ende Dezember durch die unterschiedlichsten Regierungen quer durch Europa. Das hat natürlich Begehrlichkeiten geweckt, die aber durch den Mangel an Impfstoffen nicht befriedigt werden konnten.

Dr. Peter Niedermoser

Zu wenig Impfstoff für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inkl. Ärztinnen und Ärzte im Spital und in den Ordinationen. Viele Anrufe und berechtigte Forderungen, auch an die Ärztekammer für Oberösterreich und deren Funktionäre, hier Abhilfe zu schaffen. Gemeinsam haben wir es aber geschafft, zumindest für die Ärztinnen und Ärzte eine Impfaktion zu starten, wodurch die überwiegende Mehrheit geimpft werden konnte. Natürlich weiß ich, dass jene Kolleginnen und Kollegen, die noch nicht geimpft sind, keine Freude mit uns haben und sich benachteiligt fühlen. Es ist jedoch keinesfalls ein Ausdruck der Geringschätzung dieser Kolleginnen und Kollegen, sondern ist dem Mangel an Impfstoffen geschuldet, der nicht unmittelbaren Nähe zu COVID-Patienten oder auch, ob eine Organisation bzw. Dienstgeber vorliegt, der bzw. dem eigentlich die Verantwortung für das Impfen zukommen würde. Wir haben daher versucht, die Verimpfung des kostbaren Gutes Moderna-Impfstoff transparent und nachvollziehbar über die Bühne zu bringen – und konnten dies auch umsetzen. Ich möchte mich für die gute Zusammenarbeit bei den Verantwortlichen in den Krisenstäben des Landes und der Politik bedanken, die es ermöglicht haben, dass wir, trotz Mangels, für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte 1.800 Impfdosen bekommen haben.

TOLLE ZUSAMMENARBEIT IN DEN REGIONEN
Schlussendlich konnten wir aus den Ampullen des Impfstoffes Moderna 2.000 Impfdosen gewinnen und im niedergelassenen Bereich alle impfwilligen Kolleginnen und Kollegen bedienen. Ebenfalls wurden sehr viele Spitalsärztinnen und Spitalsärzte durchgeimpft, was unbedingt notwendig war, sodass auch hier eine deutliche Steigerung der Impfrate erreicht werden konnte. Zu verdanken haben wir das dem Umstand – das hat sich schon Anfang Jänner klar abgezeichnet –, dass im niedergelassenen Bereich viele Kolleginnen und Kollegen über „Restdosen“ aus den Altersheimen sowie durch die gute Zusammenarbeit in den Bezirken, auch über die Impfaktion der Ü80-Jährigen als Impfärzte, die Möglichkeit hatten, sich impfen zu lassen. Hier hat die Ärzteschaft toll zusammengehalten, um das zu ermöglichen.

IMPFSTRASSEN FÜR ÄRZTINNEN UND ÄRZTE
Danke an alle Kolleginnen und Kollegen, die in den Impfstraßen ihre Kolleginnen und Kollegen geimpft haben. Danke an die Verantwortlichen in den Krankenanstalten, die die Impfdosen nach der Priorität in den Häusern zugeteilt haben und uns die entsprechenden Personen gemeldet haben. Danke an die Kolleginnen und Kollegen, die ihre Impftermine eingehalten haben. Danke an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bezirkshauptmannschaften und Altersheimen sowie an die Amtsärztinnen und Amtsärzte, die mit uns an einem Strang gezogen haben. So gelang es, bis Ende Jänner die Erstimpfung an die Frau und an den Mann zu bringen. Ich bin bei einigen Impfstraßen persönlich anwesend gewesen, nicht als Impfarzt – ist ja nicht das Hauptgeschäft eines Pathologen –, sondern einfach als Anerkennung für das Engagement der Kolleginnen und Kollegen und um ihnen zu sagen, dass wir jetzt auch weiterhin darauf achten werden, dass die nächsten Lieferungen vorrangig für jene Kolleginnen und Kollegen eingesetzt werden, die noch nicht die Chance hatten geimpft zu werden, wie auch alle übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Auch hier gilt es gemeinsam aufzutreten und den Bund aufzufordern, endlich Transparenz und Klarheit zu schaffen. Denn: die Menschen im Gesundheitssystem sind das Rückgrat im Kampf gegen COVID-19.

Ihr Präsident Dr. Peter Niedermoser
Linz, im Februar 2021