Flexibilität ist gefragt

Viele Wege führen nach Rom, so heißt es. Umgelegt auf die ärztliche Versorgung bedeutet das, dass es viele Formen der Zusammenarbeit braucht, um die Versorgung zu sichern.

Dr. Peter Niedermoser

Die Grundlage einer ärztlichen Versorgung war in den vergangenen Jahrzehnten die Einzelpraxis. Ja, diese Form der Versorgung wird es weiterhin geben, denn sie ist auch jetzt noch das berufliche Ziel vieler junger Kolleginnen und Kollegen. Andere Formen der Zusammenarbeit kennen Sie bestimmt schon aus eigener Erfahrung. Ein weiterer Schritt ist die
Möglichkeit der Erweiterten Vertretung. Ich bin überzeugt, dass dies ein zusätzlicher Puzzlestein ist, um die Kolleginnen und Kollegen für die Arbeit im niedergelassenen Bereich zu begeistern. Liebe Kolleginnen und Kollegen: Kommen auch Sie auf uns zu und lassen Sie uns wissen, wie Sie sich Ihre zukünftige Zusammenarbeit im niedergelassenen
Bereich vorstellen. Es gibt sicher noch viele Formen, die wir noch gar nicht bedacht haben. Dazu braucht es immer gewisse Regeln und Strukturen, die wir gemeinsam mit Ihnen und den Partnern im Gesundheitssystem besprechen und wenn möglich umsetzen werden.

FORTBILDUNGSNACHWEIS 2019
Die Zeit vergeht oft schneller als man glaubt. Der letzte Fortbildungsnachweis ist gerade abgearbeitet. Damit meine ich die Disziplinarverfahren gegen jene wenigen Kolleginnen und Kollegen, die ihrer Fortbildungspflicht nicht nachgekommen sind. In manchen Bundesländern gab es auch bereits befristete Berufsverbote, um den Kolleginnen und Kollegen die Zeit zu geben, ihre Fortbildung nachzuholen. Alle diese Dinge sollte man aber vermeiden, denn es ist noch Zeit genug, sich ausreichend fortzubilden, obgleich der nächste Stichtag der Überprüfung bereits Ende des Jahres auf uns zukommt. Werfen Sie einen Blick in den Fortbildungskalender der MedAk und auf meindfp.at. Es wird ein Leichtes sein, die noch nötigen Fortbildungen zu ergattern – nützen Sie das vielfältige Angebot in Oberösterreich!

AUSBILDUNG AN UNI
Das Kammerflimmern hat sich über die Jahre als ein „come together" unter den Ärztinnen und Ärzten etabliert. Bei den vergangenen Veranstaltungen sind immer mehr Studierende der JKU dazugekommen. Hier hörte ich in vielen Gesprächen, dass die universitäre Ausbildung in Oberösterreich als sehr gut empfunden wird, dass diese vor allem sehr praxisbezogen ist und dass man sich um den medizinischen Nachwuchs in einer sehr persönlichen Form kümmert. Die Studierenden im klinisch-praktischen Jahr lobten vor allem den Umgang miteinander in der Ärzteschaft. Ich traf zudem einige, die gerade die Lehrpraxis in Oberösterreich absolvieren – auch hier nur höchstes Lob. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Lehre und der Lehrpraxis für unsere zukünftigen Ärztinnen und Ärzte engagieren und diese so intensiv betreuen, recht herzlich bedanken. Das führt sicher dazu, dass die jungen Leute in Oberösterreich bleiben. Jene, die sich in der Lehrpraxis wohl fühlen, werden in Zukunft hoffentlich die niedergelassenen AllgemeinmedizinerInnen verstärken.

AUSBILDUNG ZUM ARZT FÜR ALLGEMEINMEDIZIN
In diesen Gesprächen kam jedoch immer wieder ein Kritikpunkt. Die Kolleginnen und Kollegen in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin werden immer noch zu viel für Routinetätigkeiten eingesetzt. Ja, es hat sich hier schon vieles zum Besseren gewandelt. In manchen Köpfen werden die AusbildungsassistentInnen zum Arzt für Allgemeinmedizin aber immer noch als Turnusärztinnen und Turnusärzte „alter" Form gesehen. Das sollte nicht so sein – hier muss bei manchen noch ein Umdenken stattfinden. Helfen Sie auch hier mit, dies noch zu verbessern – in der Ausbildung aber auch insgesamt.

Ihr Präsident Dr. Peter Niedermoser
Linz, im Mai 2019