In der Kurstadt soll es für eine gut angenommene und funktionierende Praxis keine Neuausschreibung geben. Die Österreichische Gesundheitskasse spricht von keiner Unterversorgung in der Region, neben der Einwohnerzahl sollten aber auch andere Parameter herangezogen werden. „Die Patientinnen und Patienten schätzen die aktuellen Praxis-Standorte in der Region und haben großes Vertrauen in ihre Ärztinnen und Ärzte. Dazu ist die Einwohnerzahl nicht nur ausschlaggebend – gerade in einer Region mit sehr viel Tourismus“, so MR Dr. Niederberger.
„Dieser Schritt befeuert eine weitere Ausdünnung des niedergelassenen Bereichs“, so Dr. Johanna Holzhaider, Kurienobmann-Stv. und selbst Allgemeinmedizinern. „Schon jetzt haben wir in Oberösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern eine geringere Dichte an Vertragsärztinnen und -ärzten. Die Devise kann nur sein: Stärken statt Schrumpfen der Niederlassung“, so Dr. Holzhaider. Diese Entwicklung ist ein weiterer Schritt in Richtung Ausdünnen des niedergelassenen Bereichs in Oberösterreich. Vor Kurzem wurde bekannt, dass laut Regionalem Strukturplan Österreich Wien bis 2030 gleich 215 neue Planstellen bekommt, Oberösterreich als Flächen-Bundesland hingegen nur 38. Davon entfallen nur vier auf die Allgemeinmedizin. „Schon jetzt finden viele Patientinnen und Patienten keinen neuen Hausarzt, eine Nicht-Nachbesetzung einer Kassenstelle entspannt die Situation sicher nicht. Im Gegenteil, es verschärft sie nur“, so MR Dr. Niederberger und Dr. Holzhaider.