Auf Unverständnis stößt hingegen die Art der öffentlichen Diskussion der letzten Tage und Wochen, wo vielerorts von „Ärztepfusch“ und ähnlichem die Rede ist. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten tagtäglich Hervorragendes. Das wird oft vergessen, als selbstverständlich erachtet und stattdessen tragische Fälle vor den Vorhang geholt“, so Dr. Niedermoser. „Die Ärztekammer für Oberösterreich steht geschlossen hinter jeder einzelnen Kollegin und jedem einzelnen Kollegen. Das gilt gerade in schwierigen Zeiten, die wir in den letzten Wochen und Monaten in der öffentlichen Diskussion zweifelsohne hatten.“
„Pathologie ist Medizin am Menschen – auch wenn Patientinnen und Patienten uns selten persönlich sehen. Wir untersuchen Abstriche, Biopsien und Operationspräparate, stellen die gesicherte Diagnose, beurteilen Prognosefaktoren und liefern jene Parameter, auf denen die weitere Therapie aufbaut. In der Krebsmedizin ist Pathologie Teil interdisziplinärer Tumorboards. Unsere Befunde werden dort gemeinsam mit den klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen in konkrete Behandlungsentscheidungen übersetzt. Pathologinnen und Pathologen sind ein wichtiger Teil des Therapiepfades“, sagt Primar Dr. Yarub Salaheddin, MBA, Fachgruppenobmann-Stv. für Klinische Pathologie und Molekularpathologie in der OÖ-Ärztekammer sowie Leiter des Instituts für Pathologie im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr.
Weil diese Entscheidungen so weitreichend sind, ist Qualitätssicherung Kern des Berufs. Jede Probe wird nach definierten Abläufen übernommen, eindeutig zugeordnet und lückenlos dokumentiert. Untersuchungen folgen standardisierten Arbeitsanweisungen, Vier-Augen-Prinzipien, internen Kontrollen und kontinuierlicher Fortbildung. Externe Qualitätssicherung – etwa durch Zertifizierungen, Akkreditierungen und Ringversuche – überprüft zusätzlich regelmäßig, unabhängig, objektiv und nachvollziehbar Methoden und Ergebnisse. „Pathologie ist Präzisionsmedizin“, so Primar Dr. Salaheddin. „Sollten aber Unregelmäßigkeiten passieren, braucht es eine sachliche Aufarbeitung statt Ärzte-Bashing“, so Dr. Niedermoser.