Patientensteuerung – ein brandaktuelles Thema beim Gesundheitspolitischen Gespräch des Linzer Instituts für Gesundheitssystem-Forschung

Wie es ist, kann es nicht bleiben, darüber waren sich alle Expertinnen und Experten einig, es braucht Mut zu neuen Ideen!!

Prim. Gerhard Postl, Leiter der gemeinsamen Erstversorgungsambulanz von LKH und UKH in Graz, präsentierte in seiner Keynote den Entstehungsprozess der ersten trägerübergreifenden Erstversorgungsambulanz (EAV). Die Entlastung der gemeinsamen Versorgungseinheit der internistischen Notaufnahme im LKH und der Notaufnahme im UKH ist einerseits beim Personal subjektiv spürbar, jedoch auch in Zahlen belegbar. Besonders im UKH ist eine Entlastung zu spüren, dort konnte durch die EVA ein weiterer OP-Saal in Betrieb genommen werden.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung wurden noch weitere Ansätze diskutiert. Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander kann sich etwa auch eine Steuerung über Versicherungsmodelle vorstellen, die günstigere Tarife im Gegenzug von Selbstbehalten oder verpflichtenden Erstanlaufstellen (z.B. Ordinationen, 1450) anbieten. Einig war man sich jedenfalls darüber, dass es endlich klare politische Rahmenbedingungen für eine verpflichtende Patientenlenkung geben muss, denn die Vergangenheit zeige, dass „Gutes Zureden und Informationsmaßnahmen“ nicht ausreichen würden. Präsident Dr. Niedermoser betonte in seinem Statement, dass zuerst alle Straßen und Zufahrten im Gesundheitssystem durchgängig asphaltiert sein müssen, bevor man eine verpflichtende Patientenlenkung mit Selbstbehalten einführen kann. Die ÖGK ist gefordert, Arbeitsbedingungen im niedergelassenen Bereich zu schaffen, die wieder mehr Kolleginnen und Kollegen in die Niederlassung bringen. 

Das Podium war sich weitgehend einig, dass es den einen für ganz Österreich passenden Weg schon alleine aufgrund der Stadt-Land-Thematik und den unterschiedlichen regionalen Versorgungsgraden im niedergelassenen Sektor nicht geben kann. Es wird je nach Region weiterhin differenzierte Lösungen brauchen.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung in der Ärztekammer für OÖ gibt es in der März-Ausgabe des Magazins OÖ Ärzte.