Bundespolitik muss bei Ausbildung rasch handeln

Die Österreichische Ärztekammer hat heute in einer Pressekonferenz auf die Probleme in der Basisausbildung hingewiesen. Die Wartezeiten für einen Ausbildungsplatz werden immer länger. Nach dem Studium der Humanmedizin müssen Jungmediziner diese verpflichtende neunmonatige Ausbildung absolvieren. Das Problem aber: In Österreich sind in den Krankenhäusern dafür zu wenige Plätze vorhanden.

Fotos: ÄKOÖ/Witzany, Binder

„Dieser Flaschenhals ist ein massives Problem. Dabei ist die Basisausbildung unter den jungen Kolleginnen und Kollegen sehr beliebt“, so Dr. Peter Niedermoser. „In Österreich bräuchte es 1300 zusätzliche Kassenstellen, dazu sind allein in Oberösterreich 46 unbesetzt. Hier braucht es Kolleginnen und die Kollegen, die aber bereits beim Eintritt ins System behindert werden. Die Auflösung dieses unnötigen Flaschenhalses würde die Versorgung der Bevölkerung, sowohl in der Niederlassung als auch im Krankenhaus, verbessern“, so der Präsident der OÖ-Ärztekammer.

„Wichtig ist, dass wir in Oberösterreich eine gemeinsame Lösung zwischen Land, den Sozialversicherungen und der Ärztekammer erarbeiten und umsetzen“, sagt DDr. Sebastian Graf, Kurienobmann der angestellten Ärzte in der OÖ-Ärztekammer. „Die aktuelle Situation ist für die jungen Kolleginnen und Kollegen sehr frustrierend“, weiß auch Dr. Cornelia Anleitner, Turnusärzte-Vertreterin in der OÖ-Ärztekammer: „Sie sind motiviert und wollen nach dem Studium endlich den nächsten beruflichen Schritt machen, dürfen aber nicht.“

Ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen würde mit einem Schlag viele Probleme lösen: Die jungen Kolleginnen und Kollegen hätten einen Job, der Flaschenhals wird gelockert, die Versorgung gestärkt und die motivierten Menschen würden im Bundesland bleiben und nicht dem Gesundheitswesen verloren gehen. „Die Bundespolitik muss hier rasch sicherstellen, dass die Jungen unmittelbar nach dem Studium einen Ausbildungsplatz bekommen“, so die OÖ-Ärztekammer-Vertreter unisono. „Es liegt allein in der Kompetenz der Träger, genug Plätze für die Basisausbildung zu schaffen. Jedes Haus kann so viele Basisärztinnen und -ärzte aufnehmen, wie es will und es gibt keine strukturellen Voraussetzungen“, so Dr. Niedermoser, der ergänzt: „Die Bundespolitik muss endlich optimale Rahmenbedingungen schaffen und nicht immer wieder davon träumen, junge Ärztinnen und Ärzte zu verpflichten, nach der Ausbildung einige Jahre als Solidarbeitrag im öffentlichen Gesundheitssystem arbeiten zu müssen.“