Ideen für die Stärkung der Niederlassung

In den letzten Wochen sickerte durch, dass im Rahmen der Finanzausgleichs-Verhandlungen eine neue dritte Säule der Finanzierung des Gesundheitssystems angedacht ist. Eine typisch österreichische Lösung: Wenn zwei Säulen nicht funktionieren, dann nimmt man einfach eine dritte dazu. Die OÖ-Ärztekammer hat bereits vor Jahren ein Konzept für eine Neugestaltung der Finanzierung entwickelt. Dieses Modell sieht im Wesentlichen vor, dass nur mehr der stationäre Bereich über den Gesundheitsfonds bezahlt werden soll, während die gesamte ambulante Versorgung (wie etwa in Deutschland) gemeinsam über das Gesamtvertragssystem gesteuert und bezahlt wird. Untersuchungen zeigen, dass in Österreich aktuell der Großteil der in Spitalsambulanzen erbrachten Leistungen im niedergelassenen Kassenbereich zu erbringen wäre. Die gelebte Realität sieht aber leider anders aus. Diese Fehlentwicklung hat vor allem zwei Gründe. Zum einen fehlt es an einer zielgerichteten Patientenlenkung, zum anderem sind im niedergelassenen Bereich aktuell in Oberösterreich 53 Kassenstellen unbesetzt, 38 davon in der Allgemeinmedizin. Die Folgen sind überlastete Spitalsambulanzen und lange Wartezeiten. Daher schlägt die OÖ-Ärztekammer ein neues Finanzierungskonzept vor. So sollten künftig die Kassenärzte sowie die Spitalsambulanz aus einem Topf, der stationäre Bereich aus einem zweiten Topf finanziert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die SV-Träger hätten aufgrund des Drucks von Seiten der Versicherten einen hohen Anreiz, die wohnortnahe, niedergelassene Betreuung zu stärken. Das wäre auch für die Patientinnen und Patienten ein enormer Gewinn. Geld für eine Umsetzung wäre in jedem Fall vorhanden. Alleine durch die Kassenfusion wurde der niedergelassene Bereich gerade in Oberösterreich noch einmal deutlich geschwächt, weil bislang 300 Millionen Euro aus unserem Bundesland zur Abdeckung von Schulden anderer Länderkassen nach Wien abgeflossen sind.

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