Die Speisekarte bitte!

Der zunehmende Ärztemangel und die teilweise starren rechtlichen Strukturen bereiteten in den letzten Jahren zusehends Probleme, junge Kolleginnen und Kollegen für den Weg in die Niederlassung zu begeistern. Bedingt durch den Wunsch, gerade am Beginn der Karriere im Team arbeiten zu wollen, ist für viele die Übernahme einer Einzelkassenstelle nicht immer die erste Wahl. Die Ärztekammer für Oberösterreich hat in den letzten Jahren viele neue und innovative Zusammenarbeitsformen erarbeitet. Damit ist neben dem bewährten Modell der Einzelordination ein reichhaltiges Niederlassungsangebot entstanden – Nun ist es Ihre Wahl!

Übernahme einer Kassenordination

Sein eigener Chef sein und das mit einem weitgehend gesicherten „Kundenstock“ – die Möglichkeiten zur Übernahme einer Kassenordination wurden gerade in den letzten Jahren immer vielfältiger. Das Modell der Einzelordination stellt dabei eine unverzichtbare Basis in der Versorgung der oberösterreichischen Bevölkerung dar und wird auch zukünftig weiterhin einen wesentlichen Grundstein in der Patientenversorgung bilden.

Gruppenpraxis – seit mehr als 15 Jahren in Oberösterreich bewährt

Neben dem bewährten Modell der Einzelordination gibt es für all jene, die zwar gerne ihr eigener Chef sein, aber sich dennoch im Team austauschen wollen, durch die Schaffung der Gruppenpraxis eine wichtige Zusammenarbeitsform. Die vier verschiedenen Gruppenpraxismodelle laufen in Oberösterreich nun seit mehr als 15 Jahren erfolgreich und alle Beteiligten genießen die unterschiedlichsten Vorteile – unter anderem die Work-Life-Balance und den Austausch im Team – die durch die Vergesellschaftung von Ärzten entstehen. Der Gruppenpraxis-Gesamtvertrag unterliegt dabei einem ständigen Wandel, wird doch von den oberösterreichischen Systempartnern immer wieder versucht, die Rahmenbedingungen des Vertrages stetig zu verbessern. Aktuell wird von der Ärztekammer für Oberösterreich unter anderem an einem Muster-Gesellschaftsvertrag gearbeitet, der hinkünftig allen Beteiligten dabei helfen soll, die Rahmenbedingungen für die Gründung einer Gesellschaft besser erfassen zu können.

Primärversorgungseinheiten – Eine Chance für die Allgemeinmedizin

In Zeiten, in denen die Gewährleistung der hausärztlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten zunehmend schwieriger wird, stellen Primärversorgungsmodelle eine weitere Alternative dar, um die medizinische Versorgung, auch durch die Möglichkeit der multidisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen, für die Zukunft zu sichern. Gerade für Jungärztinnen und Jungärzte bietet die Zusammenarbeit in Primärversorgungszentren beziehungsweise Primärversorgungsnetzwerken die Chance, sich im Team austauschen und Erfahrungen sammeln zu können. Darüber hinaus wird auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die flexible Gestaltung der Arbeitszeiten innerhalb des Teams gewährleistet. Durch das Angebot aus vier verschiedenen Honorierungsmodellen – vom Pauschalmodell bis hin zum Modell Honorarordnung – die individuell passende Form frei wählen zu können, ermöglicht darüber hinaus persönliche Anforderungen und Bedürfnisse in besonderem Maße zu berücksichtigen.

Erweiterte Vertretung und Anstellung Arzt bei Arzt

Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten an sich unterliegt einem steten Wandel: Wurde vor einigen Jahren die Möglichkeit zur Anstellung in einer Kassenordination von Ärzten noch zum größten Teil als nicht notwendig erachtet, wurde in den letzten Jahren der Wunsch danach immer lauter. Ein wesentlicher Baustein in der Sicherstellung der notwendigen Versorgungsstrukturen ist dabei die Konzeptionierung und Weiterentwicklung von ärztlichen Kooperationsformen. Aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen war die Anstellung von Ärzten bei Ärzten bis vor kurzem nicht möglich. Seit Oktober 2019 können nun endlich Ärzte von Ärzten auch in der Kassenordination angestellt werden – österreichweit als erstes Bundesland ist es uns dabei gelungen, einen Kollektivvertrag für die Anstellung von Ärzten abzuschließen. Dieser Kollektivvertrag schafft den so wichtigen Ausgleich zwischen den Interessen den Kurien der niedergelassenen und der angestellten Ärzte!

Bereits im Sommer 2019 konnte auf oberösterreichischer Ebene die Einigung über das Modell der sogenannten „Erweiterten Vertretung“ erzielt werden, welches die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten in der Niederlassung ohne die Gründung einer Gesellschaft ermöglicht. Die Bürokratie wurde bei dieser Kooperationsform sehr klein gehalten, weil die Mitarbeit des Vertreters nicht einmal ein Dienstverhältnis erfordert – aus Sicht des Vertreters ist die Tätigkeit mit der eines Wohnsitzarztes vergleichbar.

Ähnlich wie bei der Gruppenpraxis bieten sowohl die Anstellung von Ärzten bei Ärzten, als auch die Erweiterte Vertretung die Möglichkeit, verschiedene Motivationslagen und Lebenssituationen individuell zu berücksichtigen und abzudecken.

Individuelle Entscheidung

Die Vielzahl an unterschiedlichen Kooperations- und Zusammenarbeitsformen, die in den letzten Jahren gerade in Oberösterreich schrittweise erarbeitet wurden, stellen eine reichhaltige Speisekarte dar, aus deren Angebot individuell gewählt werden kann: Diese Speisekarte kann nachhaltig dazu beitragen, zukünftig verstärkt junge Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit oder Übernahme einer Kassenstelle zu begeistern.

Welches der präsentierten Modelle würde Sie am meisten interessieren? Was fehlt Ihnen? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns!

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