Darauf ist keiner stolz

Oberösterreich ist in vielen Bereichen an der Spitze. Das gilt etwa für den Arbeitsmarkt oder andere wirtschaftliche Bereiche. Auf eine Spitzenposition kann Oberösterreich aber nicht stolz sein: Auf die aktuellen Inzidenz-Zahlen, wo mit Ried, Braunau, Steyr-Land, Kirchdorf an der Krems, Steyr-Stadt, Schärding und Linz-Land bedauerlicherweise gleich sieben Bezirke aus unserm Bundesland das österreichweite Ranking anführen. Unter den 20 Bezirken mit den meisten Neuinfektionen waren zuletzt gleich elf aus Oberösterreich vertreten. Auf diese Spitzenposition kann aber keiner stolz sein. Als Mediziner tut mir so eine Statistik im Herzen weh. Noch schmerzhafter ist es aber, wenn man bedenkt, dass mit einer höheren Durchimpfungsrate die Inzidenz-Zahlen und Hospitalisierungen in den Spitälern viel niedriger sein könnten. Wien etwa rangiert in dieser Statistik erst an der 18. Stelle und verschärfte zuletzt die Corona-Maßnahmen trotzdem. Daran sollte man sich unbedingt auch in Oberösterreich ein Vorbild nehmen. Grundsätzlich heißt es in Wien nun „2G statt 3G“. Bei Veranstaltungen innen oder außen mit mehr als 500 Teilnehmern gilt die 2-G-Regel. Der Antigen-Schnelltest wird nicht mehr akzeptiert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Großevents und in der Nacht-Gastronomie, die nicht geimpft oder genesen sind, benötigen PCR-Tests. Bei Klein-Events gilt eine Maskenpflicht. Die 2,5-G-Regel gilt auch für Gastronomie und Hotellerie, bei körpernahen Dienstleistungen sowie beim Zutritt von Gesundheitseinrichtungen. Im Handel herrscht FFP2-Maskenpflicht. Ein mutiger – aber richtiger – Schritt. Der muss auch in Oberösterreich unsere Messlatte sein. Wenn dann die Impfbereitschaft steigt, kommen wir einer fast nicht mehr gekannten Normalität wieder ein Stück näher.

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