Massentests sind eine Momentaufnahme: Daher die COVID-19-Verhaltensregeln weiterhin unbedingt einhalten

Die erste Runde der Antigen-Massentests ist vorbei. Danke an die über 340.000 Personen, die daran teilgenommen haben und die so mithelfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Jene, die ein negatives Testergebnis erhalten haben, sollten sich aber nicht in falscher Sicherheit wiegen und keinesfalls auf die Einhaltung der COVID-19-Verhaltensregeln verzichten. Denn das Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme.

eine Person in Schutzausrüstung führt einen Antigen-Test durch

Ein Ziel der in den letzten Tagen durchgeführten Antigen-Massentests war es, unbekannte Infektionsketten zu durchbrechen. Es galt Personen zu finden, die mit COVID-19 infiziert sind, aber sich nicht krank fühlten. Von den über 340.000 getesteten Personen (inkl. Lehrer- und Polizeimassentests) waren laut dem Land OÖ etwas über 1.300 positiv (Stand Montag 17:00 Uhr). „Doch auch ein negatives Testergebnis sollte nicht zu unvorsichtigem Verhalten verleiten. Es ist nur eine Momentaufnahme. Trotz eines negativen Ergebnisses am Montag kann man am Freitag schon wieder positiv sein und andere Menschen anstecken. Dieser Test ist kein Freifahrtschein für die Weihnachtsfeiertage. Deshalb bitte ich Sie, sich nicht unüberlegt mit Freunden und Familie zu treffen und unbedingt auf die geltenden Schutzmaßnahmen zu achten. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass die Spitäler entlastet werden und die Situation wieder besser kontrollierbar ist“, sagt Dr. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich.

Vorsicht ist angesagt
Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Abstandhalten und die Hygieneregeln von Händewaschen bis zum Niesen in die Armbeuge müssen auf jeden Fall weiterhin zur täglichen Routine gehören. Bei einer Darstellung durch Experten des Wiener Gesundheitsverbundes (ehemals KAV) zum Thema Massentest vom 18. November, bei der man eine Infektionsrate von drei Prozent in der Bevölkerung angenommen hat – das bedeutet 30.000 Infizierte bei 1.000.000 Menschen – ist davon auszugehen, dass 6.000 falsch negative Befunde beim Massentest zu erwarten sind. Das heißt, zirka 20 Prozent der Infizierten werden nicht erkannt und sind weiterhin, ohne es zu wissen, infektiös. Daher gesunde Vorsicht walten lassen und sich an die Schutzmaßnahmen halten.

Ganz wichtig: Symptome abklären
Mit Blick auf die kommende Grippesaison und die aktuelle Erkältungszeit empfiehlt Dr. Niedermoser: „Wenn Sie vor allem einen respiratorischen Infekt und Fieber oder andere für Sie nicht übliche Symptome haben, bleiben Sie bitte zuhause und rufen Sie zur Abklärung Ihrer Symptome Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an. Diese oder dieser wird je nach Symptomatik einen Antigen-Test durchführen, oder falls sie bzw. er das nicht macht, Sie bestens beraten, welche Schritte nun notwendig sind.“

Soziale Ausgrenzung ist nicht gerechtfertigt
Ein Quarantänebescheid zu Weihnachten: für viele ein Schreckgespenst. Denn alle möchten die Tage mit Familie und Freunden verbringen. Dennoch ist es für das Eindämmen des Infektionsgeschehens unbedingt erforderlich, dass die Quarantäne-Bestimmungen eingehalten werden – auch von K1-Kontaktpersonen. „Falls Sie infiziert sind, geben Sie bitte Ihre Kontaktpersonen an, selbst wenn es Ihnen schwer fällt, da das natürlich auch für diese Kontaktpersonen einschneidende Folgen hat. Eine Quarantäne lässt sich aber durchaus sinnvoll für Dinge nutzen, für die im Alltag die Zeit fehlte, solange sich alles in den eigenen vier Wänden abspielt. Wie zum Beispiel die eigenen Kochkünste aufbessern oder – wie es bei mir der Fall war – nach zehn Jahren wieder mal den Keller aufräumen“, so Niedermoser, der bereits selbst in Quarantäne war. „COVID-19 ist eine Viruserkrankung und sie kann jeden treffen. Deshalb ist eine soziale Stigmatisierung in keinster Weise nachvollziehbar und sollte in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Denn durch die Ausgrenzung der Betroffenen wird das Virus nicht ausgerottet“.