7. Vergaberichtlinie für Kassenvertragsarztstellen ab 1. Juli 2018

Mit Mitte Dezember 2017 wurde eine Änderung der Reihungskriterienverordnung mit Umsetzung per 1. Juli 2018 in Kraft gesetzt.


Im Vorstand der Ärztekammer und im beschlussfassenden Gremium der OÖGKK wurde die Änderung freigegeben.

In der nunmehr siebten Version der Vergaberichtlinie wurden Anpassungen im Bereich der Zusatzpunkte für Fachärztinnen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, im Bereich der Diplomregelung und dem behindertengerechten Zugang zur Praxis vorgenommen. Darüber hinaus wurde die Punkteliste textlich angepasst. Neu dabei ist auch die Möglichkeit von Teambewerbungen bei Kassenstellenausschreibungen. Sämtliche Anpassungen kommen für Ausschreibungen ab August 2018 zur Anwendung.
 

DIE ÄNDERUNGEN IM DETAIL
Zusatzpunkte für Fachärztinnen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
(zusätzlich vermittelbare besondere Vertrauenswürdigkeit durch das weibliche Geschlecht
(§2 Abs. 1 Z 4 der Verordnung))
Die Vergabe von zehn Prozent der Gesamtpunkte findet keine Anwendung, wenn zum Zeitpunkt der Ausschreibung des Einzelvertrages der Anteil der Vertragsärztinnen im Sonderfach Frauenheilkunde und Geburtshilfe im regionalen Versorgungsgebiet (Bezirk) 50 Prozent oder mehr beträgt.

Wegfall Punkte für behindertengerechten Zugang zur Praxis
Die Abfrage zum behindertengerechten Zugangfindet in der neuen Verordnung keine Anwendung mehr, diese zwei Punkte werden aus der Punkteliste gestrichen.
Das Bemühen um Barrierefreiheit soll im Zuge eines möglichen Hearings abgefragt werden und wird in die Hearing-Geschäftsordnung aufgenommen.

Diplome
• DFP – Diplom-Fortbildungs-Programm
Aufgrund der Fortbildungsverpflichtung im Ärztegesetz wird das DFP Diplom in Zukunft keine Anrechnung bei der Kassenstellenvergabe erhalten.

• Diplomlisten der Fachrichtungen
Es wurden neue Diplome und Ausbildungen in den einzelnen Fachrichtungen aufgenommen. Darüber hinaus erfolgte eine Zusammenlegung der Diplomlisten der Sonderfächer für Orthopädie und orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie zu einer gemeinsamen Diplomliste.
In dieser wird darüber hinaus festgehalten, wie Fachärzte der „alten" Ausbildungsordnung Orthopädie / Unfallchirurgie, welche auch die Ausbildungsinhalte zum Facharzt für Orthopädie und Traumatologie absolvieren, bewertet werden.

• Einführung der Bewertung von Substitutionsbehandlung als eigener Punkt der Vergaberichtlinie Wenn Bewerber in der Allgemeinmedizin und den Fachrichtungen Psychiatrie, Psychiatrie und Neurologie und Psychotherapeutische Medizin sowie Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie beabsichtigen, Substitutionsbehandlungen (Weiterbehandlung von auf ein Suchtmittel eingestellten Patienten) durchzuführen und den Nachweis über die Eintragung in die Liste der zur Substitutionsbehandlung qualifizierten Ärzte bei der Bezirksverwaltungsbehörde vorlegen, ist eine Bewertung mit 2 Punkten in den drei Fächern vorgesehen.

Gezinti