Krankenversicherung


Krankengeldhilfe

 
Gesetzliche Grundlagen
§ 105 Ärztegesetz, § 26 der Satzung der Wohlfahrtskasse und § 9 der Beitragsordnung.
 
Wozu dient das Krankengeld?
Es soll Einnahmensausfälle eines aktiv tätigen Mitgliedes, die durch einen Honorarverlust oder Entfall von Zulagen auftreten, ausgleichen bzw. mindern.
 
Wann wird ein Krankengeld bezahlt?
Ein Krankengeld wird bezahlt, wenn das versicherte Mitglied infolge eines Unfalles oder einer Erkrankung länger als drei Tage die ärztliche Tätigkeit nicht ausüben konnte, wobei alle Tage ab dem 1. Tag, auch Sonn- und Feiertage, gerechnet werden.
 
Bei weiblichen Mitgliedern während der Zeit des Beschäftigungsverbotes nach dem Mutterschutzgesetz.
 
Wie lange wird es bezahlt?
Das Krankengeld wird für die Dauer der vom behandelnden Arzt festgestellten Berufsunfähigkeit, maximal jedoch für die Dauer von 52 Wochen für denselben Krankheitsfall gewährt. Derselbe Krankheitsfall ist jedenfalls anzunehmen, wenn Erkrankungen gleicher Art weniger als ein Jahr voneinander getrennt sind.
 
Wird durch ein vertrauensärztliches Zeugnis festgestellt, dass die Berufsunfähigkeit dauernd ist, darf das Krankengeld maximal 13 Wochen vor Zuerkennung der Invaliditätsversorgung bewilligt werden. In Ausnahmefällen kann der Verwaltungsausschuss das Krankengeld ohne Zuschlag bis zu 52 Wochen gewähren.
 
Wie hoch ist das Krankengeld?
Die Höhe des Krankengeldes ist von der Mitgliedschaft zur jeweiligen Krankengeldklasse abhängig.
 

Klasse

pro Tag

I

€ 17,00

II

€ 34,00

III

€ 51,00

IV

€ 85,00

V

€ 113,00

 
Wie wird das Krankengeld beantragt?
Im Falle einer Erkrankung wird von der Wohlfahrtskasse nach Verständigung eine Krankenstandsmeldung zugesandt.
 
Diese ist vom Mitglied und vom behandelnden Arzt zu unterfertigen, mit der Sozialversicherungsnummer bei angestellten Ärzten und der Diagnose zu versehen, und bis zum 20. eines jeweiligen Monates zu retournieren.
 
Wie erfolgt die Einstufung in eine Krankengeldklasse?
Die Einreihung erfolgt bei Eintritt mindestens in die Grundstufe bzw. einmal jährlich anhand eines Formulars, das von der Kammer allen Mitgliedern zugesandt wird. Zu beachten ist, dass die Einstufung von der Höhe der durchschnittlichen Bruttoeinnahmen abhängt.
 

Klasse

monatliche Bruttoeinnahmen

Beitrag

I

bis 790,50

€ 11,60

II

über 790,50 bis 1.581,00

€ 23,20

III

über 1.581,00 bis 2.371,50

€ 34,81

IV

über 2.371,50 bis 3.952,50

€ 58,00

V

über 3.952,50

€ 77,33

 
Was ist noch zu beachten?

  • Eine Höherreihung erfolgt jeweils erst am 1. des 12. Monates nach Antragstellung (12 Monate Wartezeit).
  • Eine Höherreihung ist jeweils nur in die nächst höhere Klasse möglich.
  • Während des Krankengeldbezuges ist eine Umreihung in eine höhere Klasse ausgeschlossen.
  • Eine Höherreihung nach Vollendung des 50. Lebensjahres ist ausgeschlossen.
  • Die Mitgliedschaft zum Fonds endet mit Zuerkennung einer Versorgungsleistung.
  • Im Falle einer irrtümlichen Einstufung in die falsche Krankengeldklasse darf im Erkrankungsfall nur das Krankengeld in der Höhe bezahlt werden, das den tatsächlichen Einnahmen entspricht.
  • Das Mitglied muss sich, ausgenommen während der Schutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz, am ordentlichen Wohnsitz oder in einer Krankenanstalt aufhalten.
  • Die Leistung erfolgt unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 30 Tagen nach Beendigung eines befristeten Dienstverhältnisses.

 
Wann wird das Krankengeld nicht bezahlt?
Es wird nicht bezahlt, wenn die Berufsunfähigkeit vom Mitglied absichtlich herbeigeführt wurde.
 
Wie wird das Krankengeld steuerlich behandelt?
Grundsätzlich ist das Krankengeld dem Einkommen zuzurechnen und daher zu versteuern. Steuerfrei ist nur das während des Beschäftigungsverbotes nach dem Mutterschutzgesetz bezogene Krankengeld.
 
Das Krankengeld bis zu € 30,00 pro Tag wird ohne Abzug von Steuern überwiesen, wie das Krankengeld für ein freiberufliches Mitglied, und ist vom Empfünger zu versteuern. Ein Krankengeld über € 30,00 pro Tag an ein angestelltes Mitglied muss um einen pauschalen Steuersatz von 25 % vermindert überwiesen werden.
 
Zu Beginn des Jahres wird von der Kammer für alle angestellten Ärzte, die eine Leistung erhalten haben, ein Lohnzettel des Vorjahres für den Jahresausgleich erstellt, der dem Mitglied und dem Finanzamt übermittelt wird. Eine analoge Aufstellung erhalten auch die niedergelassenen Ärzte für die Einkommenssteuererklärung.