Krankenversicherung


Abrechnung ärztlicher Leistungen mit der Wohlfahrtskasse

 

Als behandelnder Arzt

Bei der Behandlung eines Versicherten der Wohlfahrtskasse darf gemäß Beschluss der Vollversammlung der volle BVA-Tarif (oder in Ermangelung dessen ein entsprechender Empfehlungstarif bei Fachärzten für ZMK) nicht überschritten werden.

Wichtig ist, mit dem Patienten abzuklären, ob neben der Wohlfahrtskasse eine weitere gesetzliche Krankenversicherung besteht!

 

  • Patienten, die die Versicherungskarte der Wohlfahrtskasse der Ärztekammer für Oberösterreich vorlegen geben an, ausschließlich durch den Kostenträger Wohlfahrtskasse krankenversichert zu sein, und es kann die Abrechnung direkt mit der Wohlfahrtskasse erfolgen.

    Um den Verwaltungsaufwand in der Wohlfahrtskasse zu minimieren und damit die Abrechnung zu beschleunigen, sollte die erbrachte ärztliche Leistung auf einer (EDV-)Honorarnote in Form von BVA-Tarifpositionen festgehalten werden. Den BVA-Tarif können Sie kostenlos in der Abteilung Wirtschaftsrecht der Ärztekammer anfordern (Tel. +43 (732) 778371-256). Der Euro-Gegenwert muss nicht angegeben werden, da die Berechnung des Honorars der erbrachten ärztlichen Leistung automatisch über die EDV der Wohlfahrtskasse erfolgt.

    Die Anweisung des Honorars erfolgt auf das auf der Rechnung angeführte Konto, in Ermangelung dieser Information auf das in der EDV der Wohlfahrtskasse vorgemerkte Konto für Geldleistungsanweisungen aus der Krankenunterstützungsabteilung.

    Werden höhere Tarife verrechnet, die den Leistungskatalog der Wohlfahrtskasse übersteigen oder im Leistungsumfang nicht enthalten sind, sind diese Kosten direkt dem Patienten in Rechnung zu stellen.

 

  • Ist der Patient auch gesetzlich krankenversichert, sind die Kosten der Behandlung primär mit der gesetzlichen Krankenversicherung mittels e-card oder Krankenscheines oder (kassenfreie Anteile) über eine Privathonorarnote bis zur bereits angeführten Tarifhöhe dem Patienten zu verrechnen. Diese muss der Patient zuerst bei der gesetzlichen Krankenversicherung und anschließend bei der Wohlfahrtskasse zum Rückersatz einreichen.

    Gesetzlich krankenversicherte Patienten müssen bei Kassenärzten die e-card oder den Krankenschein ihrer gesetzlichen Versicherung vorlegen, da ansonsten von der Kasse kein Rückersatz nach Einreichung einer Honorarnote erfolgt.

 

Als Patient

  • Besteht der Krankenversicherungsschutz ausschließlich durch die Wohlfahrtskasse, wird (binnen 4 – 6 Wochen nach Statusänderung) die Versicherungskarte der Wohlfahrtskasse der Ärztekammer für Oberösterreich zugestellt. Diese ist beim behandelnden Arzt vorzulegen bzw. umgehend nachzureichen, da dieser ansonsten keine Abrechnung mit der Wohlfahrtskasse durchführen kann. Wurde noch keine Versicherungskarte zugestellt, können weiterhin provisorische Arzthilfeanzeigen (Krankenscheine) der Wohlfahrtskasse angefordert werden.

    Kieferorthopädische Behandlungen sind vom Patienten zu begleichen. Die Originalrechnung mit Angabe des Behandlungsjahres kann zum Rückersatz eingereicht werden.

 

  • Besteht neben der Wohlfahrtskasse eine weitere gesetzliche Krankenversicherung, sind folgende Schritte zu beachten:
  1. Bezahlen der Honorarnote, wenn kein Kassenarzt mit der e-card oder dem Krankenschein der gesetzlichen Krankenversicherung konsultiert wird.
  2. Einreichen der Originalhonorarnote bei der gesetzlichen Krankenversicherung (persönlich oder per Post) und gleichzeitige Anforderung einer Bestätigung über den Rückersatz der Kasse.
  3. Einreichen einer Kopie der Honorarnote und der Originalbestätigung über den Rückersatz der gesetzlichen Krankenkasse bei der Wohlfahrtskasse (persönlich oder per Post). Eine Kopie eines Kontoauszuges, welchem ein Rückersatz einer Kasse zu entnehmen ist, reicht nicht aus, da kein Bezug zur eingereichten Honorarnote möglich ist.

Diese dargestellte Vorgangsweise führt dazu, dass die gesetzliche Krankenversicherung ihren Teil, sowie die Wohlfahrtskasse einen Differenzbetrag dem Patienten ersetzt. In den meisten Fällen erwachsen daher diesem, abgesehen von zweimal mal € 0,68 für die Briefmarken, keinerlei Kosten.
Auf diese Weise können auch Selbstbehalte bei der Inanspruchnahme der gesetzlichen Krankenversicherung (zB BVA, SVA, KFL) bei der Wohlfahrtskasse eingereicht werden.

Die Wohlfahrtskasse ist bemüht, so schnell als möglich - jedenfalls innerhalb eines Quartals - die eingelangten Rechnungen zu bearbeiten. Um die knappen personellen Ressourcen optimal einsetzen zu können, ersucht der Verwaltungsausschuss um die Beachtung der angeführten Punkte.

 

Bitte Beachten!

Die Wohlfahrtskasse hat keine technische Anbindung an die Daten des Hauptverbandes, und kann daher keine Versicherungsverläufe über eventuell andere aufrechte Krankenversicherungsverhältnisse prüfen. Die Versicherungskarte der Wohlfahrtskasse wird unbefristet ausgestellt sobald Mitglieder oder Angehörige durch Bekanntgabe die Änderung auf den Vollversicherungsstatus durch die Wohlfahrtskasse veranlassen.

Tritt zu einem späteren Zeitpunkt jedoch wieder eine gesetzliche Krankenversicherung ein, muss primär diese mittels e-card oder Krankenscheines in Anspruch genommen werden, die Wohlfahrtskasse vergütet nur mehr Differenzkosten. Die Versicherungskarte darf nicht mehr vorgewiesen werden. Wir dürfen in diesem Zusammenhang die Meldeverpflichtungen der Mitglieder in Erinnerung rufen.

Werden Leistungen von der Wohlfahrtskasse zu Unrecht in Anspruch genommen, müssen diese vom Patienten zurück gefordert werden. Dies kann vor allem im EU-Ausland zu erheblichen Kosten führen.