HÄND


Ärztlicher Bereitschaftsdienst

  • an Sonn- und Feiertagen
  • an Wochentagen

Verweilen außerhalb des Sprengels im hausärztlichen Notdienst

Immer häufiger wird nachgefragt, ob und wie weit sich der notdiensthabende Arzt von seinem Notdienstsprengel entfernen darf. Die bisherige Regelung laut § 6 der Notdienstverordnung war nicht sehr praktikabel und auch nicht gerade zielführend, da je größer der Sprengel umso weiter die mögliche Entfernung. Die Kurienversammlung der niedergelassenen Ärzte hat daher in der Sitzung vom 23. Jänner eine Änderung beschlossen.
§ 6 Vertretung im Notfalldienst – bisherige Lösung

(4) Der Notfalldienstort (Aufenthaltsort des Notfalldienstarztes), damit ist nicht die Notfalldienst- Ordination gemeint, kann sich ausnahmsweise auch außerhalb des zugeteilten Notfalldienstsprengels befinden, wenn sich dadurch die maximale Straßenkilometerentfernung innerhalb des Notfalldienstsprengels nicht um mehr als 20 % vergrößert.

NEUE Lösung
…, wenn dadurch gemäß WigeoGis-Analyse (Servicegebiet) die Erreichbarkeit von mindestens 2/3 des gesamten Gebietes des Notfalldienstsprengels in nicht über 30 Minuten gewährleistet ist.

Ist in einem Sprengel eine Erreichbarkeit von mehr als 2/3 des gesamten Gebietes des Notfalldienstsprengels innerhalb von 30 Minuten nicht mehr gegeben, ist ein Verlassen des Sprengels nicht gestattet.

Im Falle von Zweiarztgemeinden (Vertragsärzte) mit ungeklärtem Bestehen der Hausapothekenkonzession, kann die Kurienversammlung darüber hinaus eine befristete Ausnahmegenehmigung erteilen.

 
Mit der WigeoGis-Analyse kann dargestellt werden, in welchem Zeitraum von einem Standort aus ein bestimmtes Gebiet erreicht werden kann.

Diesbezügliche Anträge sind an die OÖ. Ärztekammer, Herrn Mag. Martin Keplinger zu stellen.

 

Teilnahme am Bereitschaftsdienst

Am Bereitschaftsdienst (Sonn- und Feiertag, Wochentags-Nachtbereitschaft) nehmen immer mehr Nichtvertragsärzte teil. Neben niedergelassenen Wahlärzten sind dies auch angestellte Ärzte. Kein Problem besteht, sofern die Tätigkeit in Vertretung eines Vertragsarztes in dessen Namen und in dessen Ordination oder durch einen Wahlarzt in seiner eigenen Ordination durchgeführt wird. Es gibt aber auch Fälle, in denen angestellte Ärzte den Bereitschaftsdienst auf eigenen Namen ohne eigene Ordination durchführen. Hinsichtlich der Dienstmeldung (an die Zeitungen) wird meist nur eine Telefonnummer angegeben.
Berufsrechtlich ist jedoch diese Tätigkeit nur mit einer eigenen Ordination gedeckt. Auch hinsichtlich der immer mehr steigenden Qualitätsanforderungen kann einem Bereitschaftsdienst in dieser Form nicht zugestimmt werden. Es wurde daher in der Kurienversammlung festgelegt, dass der Bereitschaftsdienst nur durch Vertragsärzte und Wahlärzte mit eigener Ordination im Bereitschaftsdienstsprengel oder durch angestellte Ärzte, bzw. Wohnsitzärzte in Vertretung eines niedergelassenen Arztes in dessen Namen und in dessen Ordination zulässig ist. Die Verwendung einer für den Bereitschaftsdienst zur Verfügung stehenden gemeinsamen „Bereitschaftsdienst"-Ordination ist dann möglich, wenn die Verantwortung der Ordination durch einen niedergelassenen Arzt (Meldung einer Zweitordination) übernommen wird.

Heiliger Abend und Silvester

Bereitschaftsdienst - Abrechnung mit GKK

Der 24. Dezember und der 31. Dezember wurden bisher, wenn sie auf einen Wochentag gefallen sind, in Vertragsarztpraxen (außerhalb von Linz) wie ein Samstag honoriert. Dies führte bei der Abrechnung immer wieder zu Missverständnissen.
Da viele Ordinationen an diesen Tagen geschlossen bleiben, ist der Aufwand für die zum Bereitschaftsdienst eingeteilten Ärzte um Etliches höher als bei anderen Diensten.
Im Interesse aller Beteiligten haben sich Ärztekammer und Gebietskrankenkasse darauf geeinigt, diese beiden Tage - unabhängig vom Wochentag – in Bezug auf die Abrechnung einem Feiertag gleichzustellen.
Das bedeutet:
* Der Bereitschaftsdienst beginnt, wie auch an Feiertagen, um 7:00 Früh.
* Mit der e-card werden „eigene Patienten" als Regelfall, „fremde Patienten" als Bereitschaftsdienstfall gesteckt.
* Die verrechenbaren Leistungen für Bereitschaftsdienst-Patienten sind somit:
Pos. 1
Tagesordination (7 Uhr bis 20 Uhr) an Sonn- oder gesetzlichen Feiertagen bzw. während des Wochenendbereitschaftsdienstes 
 
Diese Position kann nur verrechnet werden, wenn die Notwendigkeit einer dringlichen ärztlichen Hilfeleistung gegeben war und zur betreffenden Zeit in der Regel keine Ordination abgehalten wird.

Pos. 5 
Tagesbesuch (7 Uhr bis 20 Uhr) an Sonn- oder gesetzlichen Feiertagen bzw. während des Wochenendbereitschaftsdienstes
 
Nur bei Dringlichkeit mit Begründung oder als Erstbesuch verrechenbar. Werden zur gleichen Zeit mehrere im selben Haushalt, Internat, Heim, Schule und dgl. oder an einem Unfallort anwesende Personen besucht, so kann nur einmal die Pos. 5 verrechnet werden. Für jede weitere Person ist die Pos. 1 verrechenbar.

Nachtordinationen, Nachtvisiten und Sonderleistungen
werden wie gewohnt abgerechnet.

Wir hoffen, mit dieser Lösung zu einer Vereinfachung und Verbesserung dieser besonderen beiden Dienste im Jahr beizutragen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Frau Susanne Pilar, Vorabrechnung
pilar@aekooe.at
Tel. 0732/778371-219