Ermäßigungen


Flexible Wohlfahrtskassenbeiträge

 

Die Beitragsordnung der Wohlfahrtskasse sieht primär fixe Monatsbeiträge zu den einzelnen Versorgungs- und Unterstützungsfonds vor. Zusätzlich ist das Beitragssystem altersmäßig gestaffelt, um jüngere, am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehende ÄrztInnen, geringer zu belasten. Es ist die Wohlfahrtskasse somit ein „beitragsbezogenes" Leistungssystem, das bedeutet, dass ausgehend von einem gewünschten Leistungsniveau auf das erforderliche Beitragsaufkommen kalkuliert wird, und nicht umgekehrt. Dieses System wurde in Oberösterreich nicht zuletzt deshalb gewählt, da somit die persönlichen Einkommensverhältnisse der einzelnen ÄrztIn anonym bleiben können, und die Wohlfahrtskasse nicht automatisch das genaue Einkommen kennen muss, um prozentuelle Beiträge berechnen zu können.

Selbstverständlich kann jedoch auf Antrag des Mitgliedes die Beitragsbelastung auf die persönliche Einkommenssituation angepasst werden. Das Ärztegesetz sieht vor, dass alle Beiträge zur Wohlfahrtskasse 18 % der Einnahmen aus ärztlicher Tätigkeit nicht übersteigen dürfen. Erst zu diesem Zeitpunkt ist das Einkommen offen zu legen, um diese Beitragsgrenze ermitteln zu können. Stellt sich nun heraus, dass die Fixbeiträge höher sind als 18 % der Einnahmen, steht es dem Mitglied völlig frei zu bestimmen, welcher Beitrag zu welchem oder verschiedenen Fonds reduziert werden soll. Zumal eine geringere Beitragsleistung verständlicherweise entsprechend geringere Leistungsansprüche nach sich zieht, ist es hier dem Mitglied möglich, den Leistungs- und Versicherungsumfang also absolut flexibel zu gestalten.

Oft ist es den ÄrztInnen aufgrund des wirtschaftlichen Umfeldes nicht möglich, den maximalen Beitrag von 18 % der Einnahmen zu leisten. Der Verwaltungsausschuss der Wohlfahrtskasse hat dieser Tatsache mit den bereits 1991 erstmals beschlossenen und 1995 überarbeiteten Ermäßigungsrichtlinien Rechnung getragen, die im Falle einer geminderten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit oder besonderen finanziellen Belastung eine darüber hinaus gehende Beitragsentlastung ermöglichen, ohne dadurch jedoch den Pflichtbeitragscharakter und somit die volle steuerliche Abschreibbarkeit der Beiträge zu gefährden. Der Belastungsprozentsatz beträgt auf Antrag des Mitgliedes dann mindestens 4 % der Berechnungsgrundlage progressiv steigend auf maximal 11,76 %.

Lediglich für diesen Fall hat der Verwaltungsausschuss von seinem Recht Gebrauch gemacht, eine Reihenfolge vorzugeben, in der die einzelnen Fondsbeiträge nacheinander „gekappt" werden müssen, um eine besondere Schieflage im Beitragsaufkommen zwischen den Solidar- und Individualleistungen zu vermeiden. Wenn bereits Beitragspflicht zu allen Fonds besteht, lautet diese Reihenfolge

  1. Notstandshilfe
  2. Zusatzversorgung
  3. Krankengeldhilfe
  4. Krankenpflegehilfe
  5. Grundversorgung
  6. Todesfallbeihilfe.
Für diejenigen ÄrztInnen, die ausschließlich durch die Krankenpflegehilfe der Wohlfahrtskasse krankenversichert sind (Freiberufler, Wohnsitzärzte), und somit jedenfalls im Fonds der Krankenpflegehilfe verbleiben müssen, ändert sich diese Reihenfolge geringfügig und lautet
  1. Notstandhilfe
  2. Zusatzversorgung
  3. Krankengeldhilfe
  4. Grundversorgung
  5. Todesfallbeihilfe
  6. Krankenpflegehilfe.

Die Ermäßigung kann jedoch an jeder Stelle gestoppt werden, sodass somit zwar nicht der errechnete Mindestbeitrag erreicht wird, jedoch die gewünschten Fondsbeiträge beibehalten werden können.

Die Belastungsprozentsätze im Rahmen dieser Ermäßigungsrichtlinien NEU ab 2014 lauten konkret:

mtl. Einkommen Beitragssatz Beitrag
bis 1.020 € 4,00 % 40,80 €
bis 1.530 € 4,32 % 66,10 €
bis 2.040 € 4,67 % 95,27 €
bis 2.550 € 5,04 % 128,52 €
bis 3.060 € 5,44 % 166,46 €
bis 3.570 € 5,88 % 209,92 €
bis 4.080 € 6,35 % 259,08 €
bis 4.590 € 6,86 % 314,87 €
bis 5.100 € 7,41 % 377,91 €
bis 5.610 € 8,00 % 448,80 €
bis 6.120 € 8,64 % 528,77 €
bis 6.630 € 9,33 % 618,58 €
bis 7.140 € 10,08 % 719,71 €
bis 7.650 € 10,89 % 833,09 €
darüber 11,76 %  

Weiters wird zusätzlich die konkrete familiäre Situation in der Form bewertet, als sich dieser Belastungssatz für den Alleinverdiener/Alleinerzieher um 1 % sowie für jedes unversorgte Kind um 0,5 % verringert.

Es ist der Wohlfahrtskasse somit gelungen, ihren Mitgliedern größt mögliche Flexibilität und Mitbestimmungsmöglichkeit, immer jedoch mit einem Seitenblick auf den schmalen Grat der vollen steuerlichen Abzugsfähigkeit, einzuräumen. Konkrete Berechnungen, sowie auch die Darstellung der damit verbundenen Auswirkungen auf spätere Leistungsansprüche, können die Spezialisten in der Wohlfahrtskasse gerne für sie vornehmen.