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Roboter im OP: Unterstützung für den Arzt aber kein Allheilmittel!

Ein Roboter im OP-Saal – mittlerweile gehört dieser in vielen heimischen Krankenhäusern zur Standard-Ausrüstung. Die Roboter sind in mehreren operierenden Fächern im Einsatz, doch nach wie vor steht hinter der Maschine der Arzt.

Robotersysteme wie etwa „Da-Vinci" unterstützen den Operateur bei seiner Arbeit und erleichtern diese. Denn die vier Arme des Roboters sind viel flexibler als die menschliche Hand. Doch Entscheidungen werden nach wie vor vom Arzt getroffen – der Roboter dient quasi nur als verlängerter Arm des Arztes. Er kann assistieren aber nie ersetzend zum Einsatz kommen, ist Dr. Peter Adelsgruber, Fachgruppenvertreter der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Ärztekammer für Oberösterreich und Oberarzt an der Abteilung für Chirurgie des Krankenhauses Barmherzige Schwestern in Ried überzeugt: „Chirurgie ist und bleibt ein Mensch zu Mensch-Fach. Denn alles hat mit dem Vertrauen des Patienten zu tun: Der Patient begibt sich voll und ganz in die Hand des Arztes, von der Narkose angefangen bis zur Nachbetreuung im Aufwachraum. Und da kann ein Roboter weder den persönlichen Kontakt noch die persönliche Betreuung ersetzen, er kann den Operateur aber bestmöglich bei seiner Arbeit im OP unterstützen."

Haupteinsatzgebiet der roboterassistierten OP ist die Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde, Urologie sowie Allgemein- und Viszeralchirurgie. Bei Letzterer wird der Roboter vor allem bei komplexen Dickdarm- bzw. Mastdarmkarzinomen eingesetzt. Besonders bei schwer erreichbaren Stellen bei komplexen Eingriffen ist die Robotik eine Erleichterung, da die frei beweglichen Instrumente einfach zu bedienen sind. Neben der Arbeitserleichterung für den Operateur, profitieren auch Patienten von der Roboter-Technologie im OP-Saal: Denn sie kommen häufig sehr erfolgreich bei den sogenannten minimalinvasiven OPs zum Einsatz. Der Patient kann so wesentlich schonender operiert werden, was einen schnelleren Heilungsprozess bedeutet.

Roboter wird Arzt nicht ersetzen

Dem gegenüber stehen aber auch einige Nachteile: Im Falle einer Komplikation muss der Arzt rasch reagieren, zumal hier bereits Sekunden entscheidend sein können – genau das kann ein Roboter eben nicht. Hinzukommt: Die Anschaffung und Wartung eines Roboters verursachen erhebliche Kosten – damit sind die OPs wesentlich teurer als herkömmliche Eingriffe. Weiteres Manko: Die Lebensdauer der Geräte ist mit 10 bis 15 Jahren begrenzt. Zusätzlich ist die Ausbildung, um überhaupt mit dem Roboter operieren zu dürfen, sehr aufwendig – viele Trainings und eine Abschlussprüfung im Ausland sind hier notwendig. Zudem reagiert der Roboter nicht auf Widerstände – operiert der Arzt etwa im Bauchraum muss dieser auf Sicht arbeiten, denn ist ein Organ im Weg, bekommt der Mediziner vom Gerät keine Rückmeldung.

All das begrenzt die praktischen Einsatzgebiete der Robotik derzeit noch – erst nach eingehenden Studien kann die Anwendung in der Allgemein- und Viszeralchirurgie ausgeweitet werden. Die Roboter werden somit zwar niemals einen Arzt ersetzen aber ihn bestmöglich bei seiner Arbeit unterstützen können.