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Bettwanzen: Der Feind im eigenen Bett

Unliebsames Urlaubsmitbringsel oder heimischer Parasit? Es gibt verschiedene Wege, wie der Blutsauger in oberösterreichischen Haushalten landen kann. In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu Sichtungen in Österreich – die Ärztekammer für Oberösterreich beruhigt: Für die Gesundheit besteht kaum Gefahr.

Oft verkriecht sie sich auswärts im Gepäck und reist unbemerkt mit dem Urlauber nachhause. Die Bettwanze kann aber auch über gebrauchte Möbel eingeschleppt werden oder sogar durch offene Fenster ins Haus gelangen. In den meisten Fällen ist das Insektenproblem jedenfalls nicht auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Schuld an der erneuten Verbreitung des für ausgestorben gehaltenen Parasiten, dürften in erster Linie die erhöhte Mobilität unserer Gesellschaft und der boomende Tourismus sein, so Experten. Jüngst bekannt gewordene Sichtungen in Zugwagons und auf Berghütten sprechen dafür.

Bettwanzenbisse zeigen sich meist durch juckende, gerötete Pusteln, manchmal auch durch Quaddeln oder Bläschen. Charakteristisch ist aber vor allem das reihenförmige Auftreten mehrerer Bisse in Form von sogenannten Wanzenstraßen. Weitere Anzeichen können Kotspuren, erkennbar als schwarze Pünktchen im Bett, oder auch kleine Blutflecken auf den Bettlaken sein. Die Blutsauger selbst sind lichtscheu und nur mit etwas Glück aufzustöbern. Profis können den Befall mit Hilfe von Wanzenspürhunden nachweisen.

Bisse zumeist ungefährlich

Gefährlich sind die bis zu einem knappen Zentimeter großen Insekten kaum, entwarnt MR Primar Dr. Werner Saxinger, MSc, Dermatologe am Klinikum Wels-Grieskirchen und Primarärztevertreter in der Ärztekammer für Oberösterreich: „Wie bei den meisten Insektenbissen und -stichen geht das Leiden der Betroffenen nicht über den Juckreiz hinaus. In seltenen Fällen kann es zu einer verstärkten Lokalreaktion oder zu einer Superinfektion kommen – fallen diese heftig aus, ist ein Besuch beim Hausarzt angebracht." Bei Unsicherheit empfiehlt die Ärztekammer für Oberösterreich einen Anruf bei der Gesundheitsnummer 1450, wo medizinisch besonders geschultes diplomiertes Krankenpflegepersonal die Anrufer rund um die Uhr durch ein von Medizinern entwickeltes protokollgestütztes Abfragesystem lotst und Verhaltensempfehlungen abgibt.

Da sich Resistenzen gegen Pestizide unter Bettwanzen immer mehr verbreiten, ist die gängigste Vorgehensweise gegen die Tiere heute eine Behandlung mit Wärme oder Kälte – sie sterben, werden sie Temperaturen von mehr als 55 Grad oder weniger als null Grad Celsius über mehrere Stunden ausgesetzt. Trotzdem ist die Bekämpfung erfahrungsgemäß ein Fall für den Profi – zumindest, wenn sich die Parasiten bereits in der Wohnung oder im Schlafzimmer ausgebreitet haben.

Präventivmaßnahmen kann allerdings jeder ergreifen: So sollte das Gepäck im Urlaubsdomizil stets verschlossen, nicht am Boden und auch möglichst weit entfernt vom Bett platziert werden. Gebrauchte Wäsche wird im Urlaub am besten in verschlossenen Säcken aufbewahrt, da Bettwanzen vom menschlichen Körpergeruch angelockt werden. Zuhause angekommen sollte die Kleidung mit 60 Grad gewaschen oder für 48 Stunden in der Gefriertruhe gelagert werden. Letztere Behandlung ist auch für Koffer oder Reisetaschen empfehlenswert. Bei gebrauchten Möbeln oder Kleidung sollten Käufer vor allem genau schauen und im Zweifelsfall vielleicht lieber verzichten.