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Aggressiver Blasenkrebs: Rauchen als Ursache

Rauchen ist ungesund – das  wissen die meisten. Dass der Qualm aber neben Lunge, Zunge, Speiseröhre und Bronchien auch die Blase schädigt, ist vielen unbekannt. Dabei sind rund 70 Prozent aller Blasenkrebspatienten Raucher.

Meist fängt es harmlos an: bräunlicher oder rot verfärbter Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen. Betroffene denken dabei zuerst an eine Blasenentzündung. „Doch es kann auch ein bösartiger Tumor dahinter stecken", warnt Dr. Thomas Bes, Facharzt für Urologie und Fachgruppenvertreter für Urologie der Ärztekammer für Oberösterreich. „Die im Rauch enthaltenen kanzerogenen Stoffe gelangen über die Lunge ins Blut und werden von der Niere aus dem Blut wieder herausgefiltert. Danach kommen die Stoffe mit dem Urin in die Blase, wo sie sich längere Zeit sammeln und Schäden anrichten und so Blasenkrebs verursachen können", so Dr. Bes.

Bei 7 von 10 Patienten wird Blasenkrebs in einem frühen Stadium festgestellt, wenn dieser noch oberflächlich in der Schleimhaut wächst, bei den restlichen 3  hat sich der Krebs meist weiter ausgebreitet. Dann ist die Rede von muskelinvasivem oder fortgeschrittenem Blasenkrebs. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Krebs auch bereits gestreut haben. „Beim frühen Blasenkrebs kann in den meisten Fällen die Blase erhalten werden, es wird hier nur das vom Krebs befallene Gewebe entfernt. Um einen Rückfall zu verhindern wird meist noch eine medikamentenbasierte Therapie (Medikamente werden in die Blase eingebracht) angeordnet. Zudem sollte man das Rauchen aufgeben – denn damit erhöht sich das Risiko für eine erneute Erkrankung. Ist der Krebs weiter fortgeschritten, wird die Harnblase zur Gänze entfernt und hier kann entweder im Anschluss, oder vor dem operativen Eingriff, eine Chemotherapie notwendig sein ", erklärt Dr. Bes. Anders ist die Lage, wenn der Krebs bereits gestreut hat: „Dann ist keine Heilung möglich, sondern man versucht die Krankheit in Schach zu halten um ein Fortschreiten zu verhindern".

Folgen für Patienten

Krebs in der Harnblase schränkt die Lebensqualität der Patienten immens ein: Wird etwa die Harnblase entfernt bedeutet das eine notwendige Blasenersatzoperation. „Diese beeinträchtigt das Leben der Patienten stark und hat auch Folgen für das Sexualleben", warnt Dr. Bes.

Jeder einzelne Glimmstängel erhöht Risiko

Ob man an Blasenkrebs erkrankt hängt sowohl von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag, sowie der Dauer des Rauchens ab. Die Zahl der Glimmstängel lässt laut einer aktuellen Studie die Tumore auch aggressiver wachsen und führt häufiger zum Tod. Je früher man mit dem Rauchen aufhört, desto besser: Denn erst vier Jahre nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko an Blasenkrebs zu erkranken um 40 Prozent. Nebenbei reduziert man damit auch die Gefahr von Unfruchtbarkeit und Impotenz, beides direkte Folgen des Rauchens.