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Presseaussendung, Linz, am 20. März 2019

Zeckensaison startet: Jetzt Impfschutz prüfen

Sie sind beinahe unsichtbar, lauern uns in Wäldern und Wiesen auf, und wenn sie zustechen, merken wir es erst recht spät: Die Rede ist von den Zecken. Im Vorjahr sind in Österreich 154 Menschen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt, fünf Personen sind an den Folgen der Infektion gestorben. Daher rechtzeitig den FSME-Schutz prüfen!

Schätzungen zufolge verfügen nur etwa zwei Drittel der Erwachsenen in Österreich über einen ausreichenden Zecken-Impfschutz, und das obwohl die FSME-Impfung der einzige Schutz gegen die lebensbedrohliche Viruserkrankung ist.

Die Auffrischung alle 5 Jahre wird von vielen Menschen aufgeschoben, oft vergessen oder schlichtweg als nicht so wichtig erachtet", erklärt Dr. Ulrike Waltl, Referentin für Impfangelegenheiten der Ärztekammer für Oberösterreich.

Noch gefährlicher ist die Situation bei den Kleinsten: Hier ist die Durchimpfungsrate nicht im optimalen Bereich: Nur etwa 40 % der Kleinkinder sind planmäßig geimpft, obwohl sich diese wohl am häufigsten im Grünen aufhalten. Die Kinderärztin gibt auch zu bedenken: „Oft wiegen sich Eltern in falscher Sicherheit, weil sie denken, ihrem Kind kann eh nichts passieren, weil es noch so klein ist. Leider waren unter den betroffenen Patienten der letzten Jahre auch einige Kinder unter 6 Jahren mit schweren Meningoencephalitiden."

Massive Kopfschmerzen, schwere Bewusstseinseinschränkungen, neurologische Auffälligkeiten wie Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen sowie Sprach- und Atemstörungen sind die Symptome der FSME. „Je nach Verlaufsform sterben bis zu 30% der Erkrankten und bei über 50% kann es zu schwerwiegenden und bleibenden Gehirn und Rückenmarksschäden kommen", warnt Dr. Dietmar Schafelner, Fachgruppenvertreter für Neurologie der Ärztekammer für Oberösterreich. „Deshalb ist die FSME-Impfung und die Auffrischung der Impfung besonders wichtig."

Nur die Impfung schützt

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen und wird idealerweise ab dem 1. Geburtstag durchgeführt. Danach sollten nach drei Jahren die erste Auffrischung und im Anschluss daran alle fünf Jahre die nachfolgenden „Erinnerungs"-Impfungen stattfinden. Die 1. Auffrischung erfolgt nach drei Jahren, nachfolgend beträgt das Intervall der "Erinnerungsimpfung" bis zum 60. Geburtstag fünf Jahre, dann wieder drei Jahre. 

Wer über den vollen Impfschutz verfügt, ist zu 99% vor der Erkrankung geschützt. Wer jedoch den Impfschutz nicht aufgefrischt hat, der braucht keine erneute Grundimmunisierung: Selbst wenn die letzte Impfung 15 Jahre zurück liegt, kann man mit einer Auffrischung den vollkommenen Schutz wiederherstellen, da unser Körper über ein immunologisches Gedächtnis verfügt.

Achtung: Impfung schützt nicht vor Borreliose!

Die zweite Erkrankung, die von Zecken übertragen werden kann, ist die Borreliose: Sie kann kurz nach dem Stich als Wanderröte oder auch Wochen bis Monate später mit Symptomen wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder auch Gelenksschwellungen oder Gesichtsnervenlähmung auftreten. Daher: Notieren des Datums der Zecken-Entfernung und Beobachtung nach dem Stich!

Zeckenentfernung – so geht's

Zecken sollten immer sofort entfernt werden – und das ohne vermeintliche Hausmittel wie Öl, Nagellack, Klebstoff oder ähnlichem – denn  das reizt das Tier und führt dazu, dass es Speichel in die Wunde abgibt.

Am besten mit einer Pinzette das Tier möglichst knapp über der Haut greifen und dann mittels kontrollierter Bewegung senkrecht aus der Haut ziehen. Danach die Wunde mit Wunddesinfektionsmittel reinigen. Konnte die Zecke nicht vollständig entfernt werden, muss die Stelle unbedingt beobachtet und bei einer Entzündung Ärztin oder Arzt konsultiert werden.

 

Rückfragen: Mag. Martina Kukulka, Ärztekammer für OÖ / Projekte & Kommunikation, Tel.: +43 732 77 83 71-327, Mobil: +43 664 1317964, Mail: kukulka@aekooe.at