Presseaussendungen


Unsere Gesundheit – unser Beitrag: Allianz für eine starke OÖGKK im Land!

Auch in Oberösterreich formiert sich eine Allianz für den Erhalt der regionalen Gebietskrankenkasse. Apotheker, Ärzte, Arbeitnehmervertreter und 100 weitere Partner stehen nun hinter der OÖGKK. Diese würde ja bei einer Kassenfusion aufgelöst und in der „ÖGK" aufgehen. Ein riskantes Szenario für ganz Oberösterreich, so der Tenor der Unterstützer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag, 4. Juni, im OÖ Presseclub.

Ein Reform-Pendel kann immer in zwei Richtungen ausschlagen: spürbare Verbesserung oder massive Verschlechterung. In Oberösterreich hängen 1,2 Millionen Versicherte an der OÖGKK, 1.100 Arztverträge, mehr als 200 Apotheken, hunderte Gesundheitspartner – alles getragen von 2,2 Milliarden Euro Beiträgen, die hier erwirtschaftet und hier in Gesundes investiert werden. Ein runder Kreislauf – noch.
„Für Oberösterreich steht bei einer Kassenreform sehr viel auf dem Spiel. Wir wollen mit am Feld sein, wenn reformiert wird. Als starkes Bundesland können wir mehr verlieren als gewinnen", so die oberösterreichischen Spitzenvertreter von Ärztekammer, Apothekerkammer, Arbeiterkammer und OÖGKK.

Maringer: „Warum sucht Regierung nicht das Gespräch – wovor hat sie Angst?"

OÖGKK-Obmann Albert Maringer:
„Die Pläne zu Kassenfusion und ÖGK kenne ich nur aus den Medien. Es liegt nichts rechtlich Relevantes vor. Was ich aber für Oberösterreich bereits herauslese: Die Regierung will zumindest 266 Millionen Rücklagen der OÖGKK-Versicherten absaugen – aber reden will sie nicht mit uns. Unverständlich. Wovor die große Angst? Wer gute Ziele verfolgt, die unseren Versicherten Vorteile bringen, kann sich auf unsere Mitarbeit verlassen. Im Gegenteil: Ein offener Dialog der Regierung mit den betroffenen Krankenkassen würde Vertrauen auf beiden Seiten schaffen und Reformen erleichtern. Aber momentan sitzen wir Kassen-Obleute wie Beifahrer im eigenen Auto."

Wesenauer: „Wir haben gewarnt!"

OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea Wesenauer:
„Bereits im Dezember haben wir gewarnt: Diese Reform kostet uns OÖGKK-Versicherte zumindest eine Viertelmilliarde Euro, und zusätzlich jährliche massive Beitragsabflüsse aus Oberösterreich! Und jetzt kommt es wirklich so. Die größte ‚Innovation‘ dieser Kassen-Reform ist bislang die Enteignung unserer Versicherten und Dienstgeber. Die Menschen wollen diese ‚Veränderung‘ sicher nicht. Fast 80.000 Personen haben auch deshalb die Petition „Ja zur OÖGKK" unterschrieben."

Nächste Warnung: inhaltliche Überforderung!

Die OÖGKK gibt auch gleich die nächste Warnung zur Kassenreform: Die Regierung ist inhaltlich überfordert, unterschätzt die Aufgabe! Maringer: „Wenn wir heute mit unseren Partnern auftreten, dann wollen wir niemanden provozieren. Wir wollen aus der Praxis erzählen, wie herausfordernd die Administration eines Gesundheitssystems ist. Unsere Aufgaben sind schon jetzt komplex, obwohl die OÖGKK in Oberösterreich ‚nur‘
1,2 Millionen Versicherte durch regionale Gesundheitspartner versorgen muss. Plötzlich soll eine sechsmal größere ‚Zentral-ÖGK‘ mittels Direktiven eine gleich gute Versorgung schaffen? In jedem Winkel Österreichs? Das kann doch niemand ernsthaft annehmen!" 

Leistungsharmonisierung: zwei Paar Schuhe

Zur groß inszenierten Leistungs-Harmonisierung zwischen den Gebietskrankenkassen klärt Maringer auf: „Die wenigen letzten Leistungsunterschiede zwischen den Gebietskrankenkassen könnte man ganz simpel per Gesetz beheben. Das große Umkrempeln der Kassen-Strukturen hat damit nichts zu tun, das sind zwei Paar Schuhe. Die Regierung verquickt das aber geschickt: Man bewirbt die große Harmonie und verkauft die entmachtete Selbstverwaltung als nötige Bedingung dafür."

Dr. Johann Kalliauer, Präsident der AK Oberösterreich:
„Die Bundesregierung will die Selbstverwaltung in den Gebietskrankenkassen durch einen Verwaltungsrat ersetzen. Dadurch würde die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die den Großteil der Beiträge zahlen, ausgehebelt. Das Sagen haben sollen künftig die Unternehmer und die Regierung. In der Folge drohen massive Leistungskürzungen. Die AK Oberösterreich verurteilt diesen Angriff auf Arbeitnehmerrechte und unterstützt die im Sinne der Versicherten vorbildliche Oberösterreichische Gebietskrankenkasse mit ihrer bestens funktionierenden Selbstverwaltung!"

OMR Dr. Thomas Fiedler, Kurienobmann niedergelassene Ärzte, Ärztekammer für OÖ: 
„Gemeinsames Ziel von ÄKOÖ und OÖGKK ist es, stets unter Bedacht auf ökonomische Notwendigkeiten und Gegebenheiten bestmögliche Medizin für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zu bieten. Daraus ergibt sich ein Win-win-win-Situation: für die Versicherten und die Vertragsärzte und auch die OÖGKK, wie ihre Gebarung ausweist. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und eine gemeinsame Sprache sprechen, dann ist es auch leicht, die Patienten von der Notwendigkeit eines sinnvollen Mitteleinsatzes zu überzeugen, zum Beispiel bei der Medikamentenverschreibung. Das ist vergleichbar mit einer Eltern-Kind-Beziehung: Wenn Vater und Mutter ein Ziel haben und dem Kind die gleiche Botschaft vermitteln, dann geht es dem Kind besser, als wenn Vater und Mutter unterschiedlicher Meinung sind."

Die Ärztekammer für OÖ beschreibt die Zusammenarbeit mit der OÖGKK seit langem als sehr gut und sehr konstruktiv, zum Wohl der Versicherten und Patienten. Seit 15 Jahren gibt es eine gemeinsame Strategie, die auf gegenseitige Bedürfnisse Rücksicht nimmt, Reibungsflächen ausschaltet und eine tragfähige Beziehung sicherstellt. Im Zentrum dieser Partnerschaft steht der größtmögliche gemeinsame Erfolg für Oberösterreich. Die jüngsten Abschlüsse bei den Honoraren für die Ärzte in den letzten Jahren haben einmal mehr gezeigt, dass man in Oberösterreichs sehr gut miteinander kann. Im Vergleich mit anderen Bundesländern steht OÖ sehr gut da.

Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der OÖ. Apothekerkammer:
„Die Apothekerkammer OÖ setzt sich bei der Kassenreform für die Beibehaltung autonomer Entscheidungsstrukturen und Mittel im Rahmen der Kooperation mit der OÖGKK ein. Das ist kein Selbstzweck, sondern eine Notwendigkeit, wenn der Patient im Mittelpunkt stehen soll. Und genau dieses Credo bildet die Grundlage unserer Arbeit als Apothekerkammer."

Regionale Kooperation erzeugt Qualität

Wie wichtig die Zusammenarbeit vor Ort für die Qualität einer Gesundheitsversorgung ist, lässt sich anhand vieler Beispiele gerade in Oberösterreich zeigen. So kann auf Basis der verantwortungsvollen Zusammenarbeit in unserem Bundesland auf die Chefarztpflicht bei Medikamenten verzichtet werden – eine unschätzbare Entlastung von Patienten, Ärzten und auch Apotheken. Gemeinsame Grippe-Impfaktionen ermöglichen durch Beiträge von Ärzten, Apotheken und OÖGKK insgesamt sehr kostengünstige Angebote für die Versicherten. Auch im Bereich der Wundversorgung und bei speziellen Medikamenten können wir so in allen Regionen patientenfreundliche Lösungen anbieten, die nicht zuletzt Patienten und Angehörige in sehr schwierigen Situationen entlasten. Ähnlich ist es bei der künstlichen Sonden-Ernährung und der Inkontinenzversorgung.  

Allianz wächst

Immer mehr Gesundheitsorganisationen und Projektpartner der OÖGKK treten für deren Erhalt als eigenständige, regionale Krankenkasse ein. Oberösterreichische Unterstützer der „Salzburger Deklaration" sind unter anderem:

•    WKOÖ – Landesinnung der Gesundheitsberufe
•    OÖ Gesellschaft für Allgemeinmedizin
•    Landesverband für Psychotherapie
•    PROGES
•    Arbeitsmedizinischer Dienst für OÖ
•    BBRZ: Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum
•    Arbeitnehmervertreter aus zahlreichen Betrieben
•    OÖ. Fußballverband

Rückfragen:

OÖGKK: Mag. Harald Schmadlbauer | Tel. 05 78 07-10 24 00 | harald.schmadlbauer@ooegkk.at

Ärztekammer für OÖ: Mag. Claudia Werner | Tel. 0732 77 83 71-323 | c.werner@aekooe.at

OÖ. Apothekerkammer: Landesgeschäftsstelle OÖ | Tel. 0732 77 03 50 | ooe@apothekerkammer.at

Arbeiterkammer OÖ: Dr. Robert Eiter | Tel. 0664 82 37 979 | robert.eiter@akooe.at

 

Foto: ÄKOÖ/C. Werner