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Kollektivvertrag für Anstellung Arzt bei Arzt fixiert – Oberösterreich erneut in der Vorreiterrolle!

Bereits seit 1. Oktober ist die Anstellung von Ärzten bei Ärzten möglich – einigte man sich doch auf bundeseinheitliche Rahmenbedingungen (= Gesamtvertrag). Wichtige Details für die Anstellung sind allerdings kollektivvertraglich zu regeln. In der Ärztekammer für Oberösterreich konnte nun – als erstes Bundesland österreichweit – die Einigung über diesen wichtigen Kollektivvertrag erzielt werden.

Am Montag wurde der Kollektivvertrag für die Anstellung Arzt bei Arzt von OMR Dr. Thomas Fiedler, Kurienobmann niedergelassene Ärzte, und Dr. Harald Mayer, Kurienobmann angestellte Ärzte, unterschrieben. Dieser beinhaltet wesentliche Punkte zum Dienstverhältnis zwischen niedergelassenen ÄrztInnen und bei ihnen tätigen angestellten ÄrztInnen. Durch intensive Verhandlungen beider Kurien gelang es einen Kollektivvertrag abzuschließen, der die Interessen der gesamten Ärzteschaft wahrt und faire Bedingungen zwischen Dienstnehmer und Dienstgeber schafft.

Bereits im Dezember 2018 wurden die gesetzlichen Weichen für die Anstellung von Ärzten bei Ärzten im Ärztegesetz gestellt. Seit Oktober gibt es eine bundeseinheitliche gesamtvertragliche Regelung für die Anstellung in Kassenordinationen. Dieser Gesamtvertrag regelt aber nur die Rahmenbedingungen für die Anstellung. Die Interessen der Ärzte, sowohl auf Dienstgeber-Seite wie auch auf Dienstnehmer-Seite, hätten ursprünglich in einem österreichweiten Kollektivvertrag berücksichtigt und geregelt werden sollen. Dieser konnte aber bisher nicht realisiert werden. Oberösterreich hat jetzt vorgelegt und damit als erstes Bundesland einen derartigen Kollektivvertrag fixieren können.

Neben dem Modell der Erweiterten Vertretung und den bewährten Kooperationsformen Gruppenpraxis und Primärversorgungseinheit gibt es somit ein weiteres Zusammenarbeitsmodell, das eine kassenärztliche Tätigkeit attraktiver machen wird.  „Die Vielzahl der Kooperations- und Zusammenarbeitsformen, die wir in den letzten Jahren gerade in Oberösterreich schrittweise erarbeitet haben, wird nachhaltig dazu beitragen, künftig junge Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit oder Übernahme einer Kassenstelle zu begeistern und damit die Kassenärzte zu entlasten", hält OMR Dr. Thomas Fiedler fest. „Mit dem Kollektivvertrag ist ein fairer Interessenausgleich geschaffen worden, der ausgewogene Arbeitsbedingungen zwischen DienstgeberInnen und DienstnehmerInnen sicherstellt" ist Dr. Harald Mayer überzeugt.

Ich gratuliere den beiden Kurienobmännern, denn so konnte wieder gezeigt werden, dass in Oberösterreich vorbildlich zusammengearbeitet wird", zeigt sich Dr. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich, erfreut über den Kollektivvertrag.

Voraussetzung: Fachgleichheit von Dienstgeber & Dienstnehmer

Bei der Anstellung von Ärzten wird Kassenärzten ermöglicht, Nicht-Kassenärzte in ihren Ordinationen zu beschäftigen. Voraussetzung dafür ist, beide Ärzte sind im selben Fach tätig, wobei durch verschiedene Modelle unterschiedliche Motivationslagen abgedeckt werden können:

  • Gemeinsame Versorgung ohne Abdeckung eines Zusatzbedarfs mit Patientenoberbegrenzung
  • Temporäre Abdeckung eines Zusatzbedarfs zum Beispiel zum Abbau von überlangen Wartezeiten, hier mit besonderer Förderung
  • Unbefristete gemeinsame Tätigkeit zur Abdeckung eines bestehenden Zusatzbedarfs

Langfristig kann man so einerseits den Ansprüchen der Ärzteschaft – Stichwort Work-Life-Balance – aber auch jenen der Patienten gerecht werden, denn durch die Flexibilität können Stellen künftig leichter besetzt und nebenbei auch Wartezeiten reduziert werden.

 

Nährere Details zur Anstellung Arzt bei Arzt finden Sie hier.