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Gesundheitsnummer 1450 startete Vollbetrieb

Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche – die telefonische Gesundheitsberatung „Wenn`s weh tut! 1450" wird zum Wegweiser durch das Gesundheitssystem. Im Rahmen des Patientenauskunfts- und Leitsystems (PALES) startet in Oberösterreich dieser kostenlose Service. Damit setzt das Bundesland internationale Standards und beschreitet einen neuen Weg in der Beratung.

 

Wenn mitten in der Nacht der Zahn pocht, am Sonntag der Bauch krampft oder am schönsten Nachmittag ein Insektenstich anschwillt, dann wissen Betroffene oft nicht was zu tun ist. Gesundheitliche Probleme am Wochenende oder plötzlich auftretende Symptome verunsichern die Menschen. Sie wissen nicht, an wen sie sich am besten wenden, wie akut es ist oder ob sie sich selbst helfen können. Hier eine kompetente Unterstützung anzubieten ist das Ziel der telefonischen Gesundheitsberatung. In vielen Fällen können die Symptome selbst behandelt werden – den Patientinnen und Patienten werden dadurch unnötige Besuche in Notfallambulanzen erspart. „Wenn's weh tut! 1450" hilft aber gleichermaßen dabei, gefährliche Symptome richtig zu interpretieren und den Bürger an den jeweils besten Punkt der Gesundheitsversorgung (best point of service) zu verweisen oder notwendigenfalls Rettungsdienst bzw. Notarzt zu aktivieren.

Wie die Hilfe via Telefon funktioniert

Medizinisch besonders geschultes diplomiertes Krankenpflegepersonal lotst jeden Anrufer durch ein von Medizinern entwickeltes protokollgestütztes Abfragesystem und gibt dann Verhaltensempfehlungen ab. Dabei wird natürlich der Wohnort des Anrufers berücksichtigt, um gegebenenfalls nächstgelegene Ärzte bzw. andere Gesundheitseinrichtungen (Öffnungszeiten, Kontaktdaten etc.) zu vermitteln. Damit bietet dieser Dienst Orientierung im Gesundheitswesen, verschafft dem Bürger schnell eine Einschätzung über seinen Gesundheitszustand und stärkt insgesamt die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung. Die telefonische Beratung ist kostenlos, Anruferinnen und Anrufer bezahlen nur die üblichen Telefonkosten gemäß ihrem Tarif.

 

Telefonische Gesundheitsservices wie „Wenn's weh tut! 1450" werden in Zukunft verstärkt ausgebaut – erfolgreiche Anwendungen gibt es etwa in Großbritannien, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz. Erfahrungen dieser Länder zeigen, dass es sich bei den Anrufen in 80 Prozent der Fälle um keine Notfälle handelt. Dabei kann sechs von zehn Anrufern geholfen werden, ihre Beschwerden selbst zu lindern.

 

Informations-Reise in die Schweiz

In der Schweiz informierte sich im April des Vorjahres eine oberösterreichische Delegation aus Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheitspolitik, der OÖGKK, des Roten Kreuzes, der heimischen Spitalslandschaft sowie der Ärzte-und Apothekerkammer über verschiedene Modelle zur Lenkung von Patientenströmen. Ziel der gemeinsamen Bemühungen ist eine Entlastung von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen.

 

Positive Erfahrungen in Pilotbundesländern

Wien, Niederösterreich und Vorarlberg waren Teil des im April 2017 gestarteten Pilotprojekts für das Gesundheitstelefon 1450. Bis 31. Dezember 2018 wurden insgesamt rund 124.000 Anrufe mit rund 92.000 durchgeführten Gesundheitsberatungen verzeichnet. In Wien waren es 2018 im Durchschnitt 3.500 Anrufe pro Monat, in Niederösterreich rund 2.500 Anrufe monatlich. In allen drei Pilotbundesländern wurden die Erwartungen erfüllt. Durch einen Steuerungseffekt konnte zur Entlastung der Spitalsambulanzen beigetragen werden.

Gemeinsames Engagement für die Gesundheit der Oberösterreicher

Das Projekt wird als gemeinsame Aufgabe der Kooperationspartner Bund, Land und Sozialversicherungsträger, darunter die OÖGKK, durchgeführt. In Oberösterreich ist das Rote Kreuz als Experte für die Bearbeitung medizinischer Notrufe für den Betrieb der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 verantwortlich. Die größte humanitäre Hilfsorganisation betreibt im gesamten Bundesland neben dem Rettungsnotruf 144 seit Jahren flächendeckend den Hausärztlichen Notdienst (HÄND) 141 und unterstützt somit rund um die Uhr die landesweite ärztliche Versorgung. Alle diese Telefonnummern sind im Leitstellensystem integriert. „Deshalb werden Anruferinnen und Anrufer, die sich nicht sicher sind, welche Telefonnummer für ihr Anliegen die „richtige" ist, immer optimal betreut", schließt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter. Weitere Informationen zur telefonischen Gesundheitsberatung 1450 unter www.1450.at.

 

Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 ist der erste Teil des Patientenauskunfts- und Leitsystems (PALES) in Oberösterreich, welches künftig laufend erweitert wird.

 

Wichtige Telefonnummern

144

Notruf

Für Hilfe in medizinischen Notfällen

141

Hausärztlicher Notdienst (HÄND)

Wenn Anrufer einen praktischen Arzt benötigen.

1450

Gesundheitsberatung „Wenn`s weh tut 1450"

Wenn Anrufer Auskünfte zu ihren gesundheitlichen Problemen wünschen