Presseaussendungen


Pressekonferenz anlässlich der 51. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin, Parasitologie und Migrationsmedizin (ÖGTPM)
 

Droht die Rückkehr der Seuchen?

Grippe-Pandemie, Ebola, Dengue, SARS und MERS, Chikungunya oder Zika beunruhigen die Menschen und stellen die moderne Infektions- und Tropenmedizin vor neue Herausforderungen. Welche Probleme haben wir nun in naher Zukunft zu erwarten? Zu diesen Themen findet von 16. bis 18. November in Linz die Jahrestagung der ÖGTPM statt.

Donnerstag, 16. November 2017, 10:30 Uhr
Presseclub Saal B, Ursulinenhof, Landstraße 31, 4020 Linz

Es informieren Sie:

Dr. Peter Niedermoser Präsident der Ärztekammer für OÖ
Prof. DDr. Martin Haditsch Facharzt für Hygiene, Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin im Travel Med Center Leonding
Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin, Parasitologie und Migrationsmedizin
Prof. Dr. Horst Aspöck Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien
Prof. Dr. Peter Kremsner Institutsdirektor am Institut für Tropenmedizin, Universitätsklinikum Tübingen


Begriffserklärung Seuche
„Jährlich sterben etwa 15 Millionen Menschen an Infektionskrankheiten und damit fast genauso viele wie an Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems", zitiert Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch (Morens, LID, 2008). Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Seuchen Infektionskrankheiten, die sich schnell ausbreiten und einen schweren, ja manchmal potenziell tödlichen Verlauf nehmen können. „Sowohl die Übertragungsrate als auch der Schweregrad sind von diversen Faktoren abhängig und lassen sich auch durch Veränderung der Rahmenbedingungen beeinflussen", sagt Prof. DDr. Martin Haditsch. Hygienemaßnahmen haben im engeren Sinn, zum Beispiel bei Wasserhygiene und dem Pflegestandard, wie auch im weiteren Sinn, wie zum Beispiel bei der Moskitobekämpfung, nachweisbaren Einfluss auf das Ausbreitungsrisiko.


Dr. Kollaritsch sagt: „Es treten völlig neue und/oder oft schon totgeglaubte Infektionen auf. Rund 40 derartige Ausbrüche wurden in den vergangenen 30 Jahren beschrieben, sie umfassen völlig neue Erkrankungen wie SARS oder Vogelgrippe, bisher unbedeutende Infektionen wie Chikungunya oder Zika oder beschreiben Ausbrüche alter Seuchen wie jüngst wieder Gelbfieber und Pest. Im Bereich der Migrationsmedizin führte die Flüchtlingswelle des Jahres 2015 ebenfalls zu medial geäußerten Vermutungen, dass durch die Zuwanderung problematische Situationen in unserem Gesundheitssystem die Folge sein könnten, wie zum Beispiel die Einschleppung der Poliomyelitis aus Afghanistan."
Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften wollen mit Expertenmeinungen und evidenzbasierten Aussagen derartige Ereignisse bewerten und eng mit den Medien und Behörden zusammenzuarbeiten. „So können unbalancierte Bilder in der Öffentlichkeit zurechtgerückt und Gefahrensituationen richtig bewertet werden. In einer globalisierten Gesellschaft beunruhigen derartige Ausbrüche die Menschen und vor allem die Medien. Letztere tragen oft dazu bei, dass global wenig relevante Ereignisse wie zum Beispiel der Ebola-Ausbruch 2014 in Westafrika mit insgesamt knapp 30.000 Fällen zu Spekulationen über weltweite Konsequenzen ungeahnten Ausmaßes führen und permanente Gefahren wie zum Beispiel die Masern mit mehr als 100.000 toten Kindern jährlich vergleichsweise ignoriert werden", warnt Dr. Kollaritsch.


IT goes tropic
Als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin, Parasitologie und Migrationsmedizin sieht er die Aufgabe darin, solche Ereignisse fundiert zu bewerten: „Unsere Fachgesellschaft deckt als einzige wissenschaftliche Fachgesellschaft Österreichs diesen Bereich seit mehr als 50 Jahren erfolgreich ab und hält zum Wissensaustausch jedes Jahr eine Fachtagung ab, im heurigen Jahr erstmals in Linz in Kooperation mit dem Biologiezentrum Linz."

Im Rahmen der Tagung, die unter dem Motto „IT goes tropics" steht, wird die Rolle moderner Kommunikationsmedien in Reise- und Tropenmedizin erörtert, sagt Dr. Kollaritsch. „Ein wichtiger Teil der Tagung ist dem Thema der Resistenzentwicklungen zum Beispiel bei Tuberkulose gewidmet. Internationale keynote speakers werten den hohen wissenschaftlichen Gehalt der Tagung zusätzlich auf. Zudem wird am Freitag um 19:30 Uhr im Linzer Schloss eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema ,Rückkehr der Seuchen‘ stattfinden, zu der die ÖGTPM herzlich einlädt."

Dr. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für OÖ ist erfreut, dass es in Oberösterreich Experten in der Reisemedizin gibt: „Mir als einer der Verantwortlichen für Ausbildung in Österreich ist es wichtig, dass die Ärztinnen und Ärzte die Chance haben, sich in diese Richtung weiterzubilden. Seit 2015 kann das ÖÄK-Zertifikat Reisemedizin erworben werden."

Einteilung der Übertragungswege
DDr. Haditsch sagt: „Im Kontext mit der aktuellen Jahrestagung geht es einerseits darum, rezente und aktuelle Seuchen zu analysieren, andererseits darum, eine Risikoabschätzung hinsichtlich Einschleppung nach Österreich und nachfolgender Ausbreitung abzugeben." Stratifiziert man die Krankheitserreger anhand der Übertragungswege, so definiert DDr. Haditsch folgende Einteilung:

  • Vektor-übertragbare Krankheiten
  • Nahrung und Wasser
  • Schmier-infektionen
  • Sonstige


1. Vektor-übertragbare Krankheiten
• Dengue: Es gibt laut Schätzungen der WHO jährlich zirka 400 Millionen Infektionen. Die Herde sind unter anderem in Frankreich, Kroatien, Portugal und Japan.
• Zika: Mehr als 70 Länder sind weltweit betroffen, zuletzt gab es Aktivitäten in Südamerika, aber auch in Asien.
• Chikungunya: Seit 2013 gibt es Chikungunya in Nord-, Mittel- und Süd-Amerika (klassische Explosivepidemien), in Europa auch in Frankreich und Italien.
• West-Nil-Virus: Das Virus gibt es seit 2009 in den USA, es folgte eine weitere Ausbreitung nach Kanada und Mexiko und forderte hunderte Tote. Auch in Europa gibt es Fälle, zum Beispiel in Italien, Griechenland, Serbien, aber auch in Österreich.
• Gelbfieber: 2015/16 kam es zur Epidemie in Angola. Es folgte der Export in mehrere Länder, wodurch es zu einem Ausbruch im Kongo kam. 2016/17 forderte das Gelbfieber in Brasilien ebenfalls hunderte Tote. Millionen Impfstoffdosen wurden im Rahmen von Massenimpfaktionen benötigt, es folgte ein weltweiter Impfstoffengpass.
• Pest: In Madagaskar gab es hunderte Fälle und Dutzende Tote. Die Pest verbreitete sich auch auf den Seychellen. Es folgte ein Alarmplan in Deutschland (FH Frankfurt), der auch seitens der AGES berücksichtigt wird.
• Malaria: Großteils gibt es bei Malaria einen Rückgang, doch es herrscht ein gegenläufiger Trend zum Beispiel in Venezuela und Kolumbien, in Südafrika und Indien. Es gibt aber auch neue Herde in Europa, wie zum Beispiel schon seit einigen Jahren ortsständige Infektionen in Griechenland, in Italien, wo im Sommer 2017 ein vierjähriges Kind verstorben ist, und Frankreich.


2. Nahrung und Wasser
• Cholera: Davon gab es Epidemien in Haiti (zirka 1,000.000 Fälle), es folgte der Export in Nachbarländer wie zum Beispiel die Dominikanische Republik, Mexiko, oder Kuba. Im Jemen gab es 900.000 Fälle, in Sansibar infizierten sich im Sommer 2017 zwei tschechische Touristen. Betroffen sind außerdem zahlreiche tropische Länder nach Starkregen oder bei Überschwemmung.
• Typhus: Es herrscht ein hohes Risiko in den Ländern des indischen Subkontinents einschließlich Sri Lanka. In Europa gab es beim Rainbow-Festival in Italien im Sommer 2017 einen Ausbruch, bei dem unter anderem deutsche und französische Touristen betroffen waren.
• Hepatitis A: Ein traditionell hohes Infektionsrisiko herrscht in tropischen Ländern, seit dem Import gibt es immer wieder Kleinepidemien in Europa. In Europa ist das Risiko bei männlichen Homosexuellen hoch: Heuer gab es bereits zirka 700 Fälle in Deutschland und mehr als 10000 in Europa. Mittlerweile gibt es auch schon eine dokumentierte Übertragung bei MSM („men who have sex with men") in Südamerika.

3. Schmierinfektionen
• Ebola: Es wurden mehr als 27.000 Fälle und knapp 12.000 Tote dokumentiert.
• MERS CoV: Es gab mehr als 2.000 Fälle, davon zirka 80 Prozent in Saudiarabien. Die Tödlichkeit liebt bei zirka 40 Prozent.
• Vogelgrippe: Das H5N1-Virus ergab seit 2003 zirka 900 Fälle, die Tödlichkeit liegt bei zirka 50 Prozent. Das H7N9-Virus forderte seit 2013 zirka 1.600 Fälle und die Tödlichkeit liegt bei etwa 35 Prozent. Infektionen gab es ausschließlich in China und einige exportierte Fälle.

4. Sonstige für Europa „neue" Risiken
• Bilharziose: Es gab bereits Fälle in Korsika.
• Bei Migranten: Bei Migranten wurden Fälle von Krätze, Rückfallfieber, Tuberkulose (inkl. MDR/XDR) nachgewiesen.

Aspekte und Probleme der medizinischen Bedeutung von Arthropoden
Bei Arthropoden handelt es sich um Insekten wie zum Beispiel Läuse, Wanzen, Bienen, Wespen, Flöhe, Stechmücken, Sandmücken, Kriebelmücken, Bremsen, Tsetsefliegen und Spinnentieren wie Milben, Zecken, Spinnen und Skorpione. Prof. Dr. Horst Aspöck erklärt, wie diese in vielfältiger Weise die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen können: „Bisse von Spinnen oder Stiche von Skorpionen, Bienen oder Wespen sowie Stiche von Blutsaugern können als Erreger von Krankheiten fungieren und toxische und allergische Reaktionen auslösen. Außerdem kann das Einatmen von Arthropoden-Allergenen wie zum Beispiel von Hausstaubmilben zu allergischen Reaktionen führen. Gewebe-Parasiten können zum Beispiel Milben als Erreger von Skabies, also Krätze hervorrufen. Außerdem können Arthropoden als Überträger, also Vektoren von Krankheitserregern auftreten." Prof. Dr. Aspöck nennt drei Entwicklungen, die nicht mehr aufzuhalten und mit enormen Herausforderungen an die durch medizinisch relevante Arthropoden bedingten Probleme verbunden sind: „Erstens der Klimawandel und die globale Erwärmung, zweitens der Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit zirka 7,5 Milliarden auf mehr als 11 Milliarden in diesem Jahrhundert und drittens die weiter eskalierende Globalisierung durch freiwillige oder erzwungene Migrationen, aber auch die Verfrachtung von Tieren, Pflanzen und Waren." Jedes Jahr gibt es zirka eine Milliarde Reisende, gegenwärtig gibt es außerdem zirka 65 Millionen Flüchtlinge. All dies bedeutet zunehmende Verschleppung von Krankheitserregern und von Vektoren, besonders aus tropischen und subtropischen Gebieten.

„Unter den Erregern nehmen die durch Arthropoden, besonders durch Stechmücken übertragenen Viren wie Chikungunya, West-Nil-Virus, Zika, Dengue, den größten Stellenwert ein, nicht zuletzt deshalb, weil auch besonders effiziente Überträger aus tropischen Gebieten verschleppt werden. Es gibt nur gegen wenige durch Arthropoden übertragene Erreger Impfstoffe, und die Bekämpfung der Überträger konfrontiert uns nach wie vor mit ungelösten Problemen. All dies, zudem die durch Sandmücken übertragenen Leishmanien, hat auch für Mitteleuropa Bedeutung", sagt Dr. Aspöck.

Erste Erfolge in der Malaria-Impfstoffentwicklung
„Die Malaria-Impfstoffentwicklung, die schon seit Jahrzenten betrieben wird, zeigt erste Erfolge", berichtet Prof. Dr. Peter Kremsner. Zwischen 2009 und 2014 wurde eine Phase III-Studie hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit des am weitesten entwickelten Impfstoffkandidaten RTS,S/AS01 (Mosquirix®) durchgeführt. „Die bisher weltweit größte Malariaimpfstoffstudie umfasste elf Standorte in sieben afrikanischen Ländern. Dabei zeigte sich, dass die Impfung in drei Dosen Malaria bei afrikanischen Kindern im Alter von sechs bis zwölf Wochen und von fünf bis 17 Monaten reduziert und die Wirksamkeit des Impfstoffes durch eine Auffrischungsdosis gesteigert werden kann. Allerdings liegt der Schutz je nach Alter nur zwischen 26 und 36 Prozent und ist zudem von kurzer Dauer", sagt Prof. Dr. Kremsner. Trotzdem wurde RTS,S 2015 als erster Malaria-Impfstoff von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen und wird durch die WHO vor der breiten Zulassung noch getestet.

In einer klinischen Phase I Malaria-Impfstoffstudie wurde nun am Institut für Tropenmedizin des Universitätsklinikums Tübingen, Teil des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), ein neues Verfahren konzipiert und die Wirksamkeit geprüft. Prof. Dr. Kremsner sagt: „In einer kontrollierten, doppelblinden klinischen Studie mit voll infektiösen, lebenden Malariaparasiten als Impfstoffkandidat zeigte sich bis zu hundertprozentige Wirksamkeit. Dabei werden die lebenden Parasiten intravenös verabreicht. Zur Abschwächung dieser wurde den Probanden gleichzeitig das Malariamedikament Chloroquin oral gegeben. Die von Sanaria Inc. in Rockville hergestellten Malariaparasiten wurden in drei verschiedenen vergleichsweise hohen Dosen, das entspricht Hunderten von gleichzeitigen Mückenstichen, und in unterschiedlichen Zeitabständen verabreicht. Dabei zeigte sich bei der niedrigsten Dosis ein Impfschutz von 33 Prozent, bei der mittleren von 67 Prozent und bei der höchsten von 100 Prozent." Der getestete Malariaimpfstoffkandidat (PfSPZ-CVac) war sehr gut verträglich.
Ein internationales Programm zur Weiterentwicklung von PfSPZ-CVac wurde aktuell gestartet, darunter mehrere Studien in Afrika. Zusammen mit dem Exzellenzzentrum für Forschung in Zentralafrika, dem Centre de Recherches Médicales de Lambaréné(CERMEL) in Gabun, wird die erste PfSPZ-CVac-Studie an Kindern durchgeführt. „Es ist die größte Studie des Konsortiums und wird die Grundlage für die Gestaltung dieser Impfstoffkandidaten der nächsten Generation im Endemiegebiet mit dem Ziel der Bekämpfung und Beseitigung von Malaria schaffen", sagt Dr. Kremsner.

 


Biografien
Prof. DDr. Martin Haditsch
Professor DDr. Martin Haditsch studierte Medizin und Biologie in Graz und Salzburg und wurde in beiden Fächern promoviert. Es folgten eine Ausbildung zum Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie sowie eine Zusatzausbildung zum Facharzt für Infektiologie und Tropenmedizin. Nach mehr als 20-jähriger klinischer Tätigkeit mit den Schwerpunkten klinische Mikrobiologie, Parasitologie, Tropen- und Reisemedizin und Impfungen in einem Spital in Linz sowie der Gründung des TravelMedCenter Leonding Österreich wurde DDr. Martin Haditsch Anfang 2010 Ärztlicher Leiter der Mikrobiologie an der Labor Hannover MVZ GmbH, seit Juni 2011 ist er Ärztlicher Leiter der gesamten Labor Hannover MVZ GmbH. Im Juni 2012 wurde DDr. Haditsch vom Bundespräsidenten der Republik Österreich zum Professor ernannt. Er engagiert sich in zahlreichen Organisationen und Funktionen vor allem auf den Gebieten Reisemedizin und Impfungen.

Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch
Herwig Kollaritsch promovierte 1981 an der Universität Wien und arbeitete im selben Jahr in der Abteilung für Infektionskrankheiten im Kaiser Franz Josef-Spital. Er erwarb 1982 sein Diplom für Tropenmedizin im Hamburg. 1989 folgten die Facharztanerkennung sowie die Habilitation in Spezifischer Prophylaxe und Tropenmedizin. Danach übernahm Kollaritsch bis 1996 stellvertretend die Funktion als Institutsvorstand für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin an der Universität Wien. 1996 wurde er als außerordentlicher Professor am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin geehrt. Dieses Institut leitete Kollaritsch von 1997 bis 2004, und von 2004 bis 2015 war er ebendort Leiter der Forschungsunit Epidemiologie und Reisemedizin. Seit 1997 ist Dr. Kollaritsch Gesellschafter und leitender Arzt im Zentrum für Reisemedizin. Kollaritsch war maßgeblich am Aufbau des Fachgebietes Reisemedizin in Österreich und eines Zentrums für klinische Impfstudien am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin beteiligt. Es folgten Aufenthalte in Hamburg (Bernhard Nocht Institut), Nigeria, London (London School of Hygiene), Liverpool (Liverpool School of Tropical Medicine) sowie intensive Lehr- und Forschungstätigkeit im Bereich Tropen- und Reisemedizin im In- und Ausland, Impfwesen, Epidemiologie. Bis jetzt hat Dr. Kollaritsch mehr als 400 akademische Arbeiten, 15 Bücher und 30 internationale Buchbeiträge verfasst. Seit 2014 ist er in der zweiten Funktionsperiode Präsident der ÖGTPM.


Prof. Dr. Horst Aspöck
Horst Aspöck wurde 1939 geboren, studierte Biologie und Promotion an der Universität Innsbruck. Seit November 1962 forschte er intensiv am Hygiene-Institut der Universität Wien über durch Stechmücken übertragene Viren in Österreich. Ab 1966 baute er eine Abteilung für Medizinische Parasitologie einschließlich Laboratorien für umfassende medizinisch-parasitologische Diagnostik auf. 1970 habilitierte er, 1977 wurde er Universitätsprofessor für Medizinische Parasitologie. Es folgten intensive Lehr- und Forschungstätigkeiten auf verschiedenen Gebieten der medizinischen Protozoologie, Helminthologie und Entomologie (bis heute), unter anderem auch über die Verbreitung von Infektionen im Zusammenhang mit Klimawandel und Globalisierung. Er verfasste zirka 760 wissenschaftliche Publikationen, darunter mehrere Bücher.

 

Prof. Dr. Peter Kremsner
Peter Kremsner wurde 1961 in Sigleß geboren. Nach der Matura in Mattersburg hat er sich der Tropenmedizin verschrieben. Er studierte in Wien Medizin. Nach mehreren Aufenthalten unter anderem in Afrika und in Brasilien leitet Kremsner seit 1992 die Forschungsstation des Albert Schweitzer Urwaldspitals in Lambarene im Gabun, einem Staat in Zentralafrika. Außerdem ist er Professor für Parasitologie und Tropenmedizin an der Universität in Tübingen. Er verfasste mehr als 500 wissenschaftliche Publikationen und hat schon einige Preise für seine Arbeit entgegengenommen. Prof. Dr. Peter Kremsner ist einer der Top 5 Malariaforscher weltweit sowie der renommierteste Tropenmediziner des deutschsprachigen Raumes.