News Archiv


Aktuelle Info der SVC zur e-Medikation

 

1. Aktuelle Informationen zu den ELGA Störungen

Betreffend den zuletzt neuerlich aufgetretenen ELGA-Betriebsstörungen dürfen wir Ihnen nachfolgend die Stellungnahme des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales Gesundheit und Konsumentenschutz zukommen lassen:
„In der vergangenen Woche kam es bei ELGA / e-Medikation an einigen Tagen zu Antwortzeit-Überschreitungen und damit zu Problemen in der Verarbeitung der Anfragen. Das System konnte nur verzögert verwendet werden. Gemeinsam mit dem Software-Hersteller für die ELGA-Infrastruktur und Wartungsfirmen wurden vom Bundesrechenzentrum  strukturelle Optimierungen durchgeführt. Um weitere Verbesserungen zu erreichen, startete am Mittwoch, 10.7.2019, eine Task Force unter Einbindung aller involvierter Akteure."

2. Speicherung von Privatrezepten in e-Medikation

Ausgangslage:
Im laufenden Betrieb hat sich herausgestellt, dass es zahlreiche Privatrezepte gibt, zu denen nur 1x eine Abgabe in e-Medikation gespeichert werden kann, obwohl eine Mehrfacheinlösung lt. Rezeptpflichtgesetz bei den besagten Medikamenten (es handelte sich dabei nicht um solche mit Wiederholungsverbot) möglich sein sollte.

Grundlage dafür ist das Rezeptpflichtgesetz:

§ 4.        (1) Ein Rezept verliert zwölf Monate nach seinem Ausstellungsdatum seine Gültigkeit, sofern nicht der Verschreibende einen kürzeren Gültigkeitszeitraum auf dem Rezept vermerkt hat, oder die erste Abgabe nicht spätestens einen Monat nach dem auf dem Rezept angegebenen Ausstellungsdatum erfolgt.

(2) Sofern vom Verschreibenden auf dem Rezept nichts anderes vermerkt ist, darf die Abgabe fünfmal wiederholt werden. Die wiederholte Abgabe ist verboten, wenn das Arzneimittel auf Grund der gemäß § 1 erlassenen Verordnungen einer solchen Abgabebeschränkung (Wiederholungsverbot) unterworfen ist und der Verschreibende auf dem Rezept nicht ausdrücklich die wiederholte Abgabe angeordnet hat.

Absatz zu Privatrezepten aus dem e-Med-Implementierungsleitfaden:
Quelle: https://www.gesundheit.gv.at/r/service/Implementierungsleitfaden_E-Medikation_(Version_2.06).pdf?on5vmy (S.16)

Anmerkungen zu den Datenfeldern:
Das Rezept wird durch eine Rezeptart gekennzeichnet, um die Gültigkeitsdauer prüfen zu können. In e-Medikation werden folgende Rezeptarten berücksichtigt:

  • Kassenrezept – 1 Monat gültig; eine Einlösung möglich;
  • Privatrezept - 1 Monat gültig
    • Das 1 Monat bezieht sich auf die erste Einlösung. Der Akteur kann eine erweiterte Gültigkeitsdauer mit maximal einem Jahr festlegen.
    • bis zu 365 Tage bzw. 6 Einlösungen, sofern nicht durch den Arzt eine verringerte Gültigkeitsdauer oder Einlösungsanzahl vermerkt wurde. Dabei muss das Privatrezept innerhalb des ersten Monats erstmalig eingelöst werden (§ 4 Abs. 1 RezeptpflichtG). 400

Ist-Stand Implementierung im Backend der e-Medikation:
Im Zuge der Speicherung von Privatrezepten in e-Medikation kann durch den GDA bzw. die GDA-Software die Anzahl der zusätzlichen Einlösungen frei von 0-5 eingetragen werden. Es erfolgt keine Überprüfung, ob für das verordnete Medikament ein Wiederholungsverbot besteht oder nicht. Standardmäßig wird in e-Medikation aktuell der Wert „0" bei den zusätzlichen Einlösungen gesetzt. Wenn also dieser Wert nicht durch den verschreibenden GDA manuell bzw. über einen anders gesetzten Standard-Wert in der GDA-SW auf einen Wert >0 gesetzt wird, dann kann ein solches Rezept auch nur 1x eingelöst werden.

Analyse IST-Stand:
Eine Analyse der in e-Med gespeicherten Privatrezepte hat ergeben, dass dieser Wert in der Praxis ausschließlich mit „0" oder „5" belegt ist (Beobachtungszeitraum 15.5.-29.5.2019).
Beim Großteil der eingesetzten GDA-Software-Produkten wird „0" als Standardwert gesetzt. Das führt dazu, dass rund 54% der gespeicherten Privatrezepte nur 1x in e-Medikation „eingelöst" werden können.

Empfohlene Maßnahme:
Im Falle der Speicherung von Privatrezepten in e-Medikation ist eine Überprüfung bzw. ggf. eine manuelle Anpassung der Anzahl an zusätzlichen Einlösungen durch den Arzt bzw. die Ärztin über die Arzt-Software erforderlich.

Wir ersuchen um entsprechende Berücksichtigung.

3. Einreichfrist und Bedingungen für die Förderung „ELGA AKTIV"

Aufgrund mehrfacher Anfragen zur Einreichfrist und den Bedingungen für die Förderung „ELGA AKTIV" weisen wir darauf hin, dass Förderansuchen bis zum 30. November 2019 gestellt werden können. Nach diesem Zeitpunkt ist eine Einreichung nicht mehr möglich! Im Rahmen der Überprüfung der Fördervoraussetzungen durch die Abwicklungsstelle wird überprüft, ob bis zu dieser Frist bereits ein erfolgreicher Zugriff auf ELGA durch den jeweiligen GDA erfolgt ist und dieser im Protokollierungssystem von ELGA nachvollziehbar ist. Es ist daher nicht ausreichend, bis zum 30.11.2019 lediglich die geforderten Belege mittels Förder-App einzureichen, sondern es muss bis ebendann bereits erfolgreich zumindest eine ELGA-Transaktion (z.B. Speicherung einer Verordnung, Speicherung einer Abgabe) durchgeführt worden sein, um die Förderbedingungen zu erfüllen.

Alle Details zu den Förderbedingungen finden Sie in der Förderrichtlinie.